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16.07.2015

Mitten im Zoo: Der höchste „Berg“ der Kernstadt Karlsruhe

Man muss ehrlich sein: Mit gut 150 Metern Höhe über Normalnull erreicht der Lauterberg im zoologischen Stadtgarten Karlsruhe nun wirklich nicht Himalaya-ähnliche Dimensionen. Die ansonsten topfebene Innenstadt überragt der von Menschenhand geschaffene Hügel dennoch, entsprechend weit reicht der Ausblick von der Aussichtsplattform auf seiner Spitze. Früher diente das Innere der Erhebung als Wasserreservoir, heute lässt sich an den künstlichen Hängen vieles entdecken.

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Dabei ist der Berg sogar jünger als der seit 150 Jahren bestehende Zoologische Stadtgarten Karlsruhe. Erst 1893 wurde auf Idee von Oberbürgermeister Wilhelm Florentin Lauter ein Wasserbehälter errichtet. Um die Innenstadt nicht mit einem 3,2 Millionen Liter fassenden Ungetüm von Stahlbetonbauwerk zu verschandeln, wurde drumherum Erde aufgeschüttet. Lauter erlebte die Fertigstellung seiner Vision nicht mehr, ehrenhalber erhielt der Berg deswegen seinen Namen. Das Material für die Aufschüttung entnahm man übrigens direkt nebenan, auf diese Weise entstand der Schwanensee, auf dem noch heute die Gondolettas ihre Bahnen ziehen.

Bis 1967 erfüllte der Lauterberg seine Funktion im Karlsruher Trinkwassernetz, spätestens seit seiner statisch notwendig gewordenen Verfüllung mit Beton 1977 muss das Innenleben des künstlichen Berges aber als Relikt gelten. Stattdessen bestimmt nun die Natur das Geschehen auf dem üppig bewachsenen Berg, dem man längst nicht mehr ansieht, dass er von Menschenhand geformt wurde.

Sogar für kleinere Zoogäste, die die Besteigung eines Hügels nicht unbedingt lieben, kann der Weg auf den Gipfel des Lauterbergs zu einem regelrechten Abenteuer werden. Rings um den Fuß der Erhebung erstrecken sich ohnehin noch Tiergehege, etwa die Himalaya-Tierwelt mit den Schneeleoparden, die neue Nasenbären-Anlage, aber auch Volieren mit Eulen. Nach wenigen Metern Aufstieg bietet sich zudem eine ganz neue Perspektive auf das Eisbärengehege.

Aber auch wenn die Gehege nicht mehr in Sicht sind, heißt das nicht, dass man keine Tiere erleben könnte. Der Vogellehrpfad am Lauterberg versorgt auf seinen verschlungenen Wegen nämlich nicht nur mit Information zu allerlei einheimischen Arten, man kann diese in den Baumkronen der bewaldeten Hänge auch selbst entdecken.

Wen der Entdeckergeist bis auf die Aussichtsplattform oben auf dem Hügel trägt, der erhält ohnehin Belohnung genug. Die knapp 40 Meter, um die der Lauterberg den Karlsruher Marktplatz überragt, reichen für einen großartigen Rundumblick in alle Himmelsrichtungen. Ein ziemlich einzigartiger Ausblick, den man in dieser Form nicht einmal vom Turm des Schlosses genießen kann. Der Hochpunkt der Innenstadt und einer der Höhepunkte eines Zoobesuchs – der Lauterberg ist beides.