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Die Polizei hat ein Geständnis von einem Familienvater aus Schwalmtal, der den zehnjährigen Mirco vergewaltigt und dann ermordet haben soll. Zeugenaufruf-Plakate können jetzt abgebaut werden. © dpa
28.01.2011

Mordfall Mirco ist abgeschlossen - Tatfahrzeug wäre nächste Woche in Russland verkauft worden

MÖNCHENGLADBACH. Nach der Festnahme des mutmaßlichen Mörders von Mirco haben die Fahnder in Mönchengladbach mitgeteilt, dass der 45-jährige dreifache Familienvater Olaf H. aus Schwalmtal gestanden hat, den zehnjährigen Mirco aus Grefrath vergewaltigt und dann ermordet zu haben. Der VW Passat des Mannes sei eine entscheidende Spur gewesen, gab die Polizei außerdem bekannt. Nächste Woche hätte das Auto von einem Händler aus Luxemburg in Russland verkauft werden sollen.

Bildergalerie: Dreifacher Familienvater aus Schwalmtal gesteht Mord an Mirco

Ein Zeuge hatte den Passat zur Tatzeit beobachtet. Rund 1500 Autos wurden von den Kripospezialisten untersucht, 2000 wäre noch im Fokus gewesen, teilte Ingo Thiel, Leiter der «Soko Mirco», heute mit. Aus noch nicht publizierten Gründen sei der VW Passat des Tatverdächtigen in den Blickpunkt gerückt. Für das Firmenfahrzeug sei der Leasingvertrag ausgelaufen gewesen. Ein Autohändler aus Luxemburg hatte das schon mehrfach zum Teil auch im Ausland zum Verkauf angebotene Fahrzeug schon für den Verkauf in der nächsten Woche nach Russland vorgesehen. Der zunächst unerreichbar im Urlaub weilende Händler hatte den VW Passat aber der deutsche Polizei zur Aufnahme der Spuren zur Verfügung gestellt.

Bildergalerie: Die Leiche des vermissten Mirco wurde gefunden

Die im Auto gefundenen Spuren wiesen auf den Mord hin. Auch eine an der Kleidung des Opfers gefundene DNA-Spur verweist auf den 45-Jährigen aus Schwalmtal, der zwei Kinder aus zweiter und ein Kind aus dritter Ehe hat. Der Mitarbeiter einer Telekommunikationsfirma hatte bei der Festnahme keinen Widerstand geleistet. Eher schon, so Thiel, hätte man von Erleichterung ausgehen können.

Der Fundort der Leiche, so Thiel, sei auch der Tatort gewesen. Die Polizei geht davon aus, dass der Mord den sexuellen Missbrauch vertuschen sollte. Was genau passiert ist, wollte Thiel noch nicht sagen. Es sei dem geständigen Tatverdächtigen jedoch darum gegangen, Macht über einen anderen, schwächeren Menschen auszzüben. Und da sei ihm das mit dem Rad auf der Straße fahrende Kind gerade durch Zufall in die Hand gefallen.

Olaf H. sei nicht durch Strafen vorbelastet gewesen. Auch in seinem Umfeld habe nichts darauf hingedeutet, dass der dreifache Familienvater einen kleinen Jungen in sein Auto gezogen und dann getötet habe. Der Mann sei stark unter beruflichem Stress gestanden.

Mirco war vor fast fünf Monaten, am 3. September 2010, im Alter von zehn Jahren auf dem Nachhauseweg entführt worden. Bei einer der größten Suchaktionen in der Geschichte der Bundesrepublik hatten zeitweise 1000 Polizisten nach dem Kind gesucht. Auch Tornado- Aufklärungs-Jets der Bundeswehr kamen zum Einsatz. Die 65-köpfige «Soko Mirco» ging mehr als 9000 Spuren nach. dpa/tok

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