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15.11.2009

Mulmiges Gefühl am Unglückstag

Ein bisschen mulmig ist mir ja schon. Wir haben Freitag, den 13. und ich fühle mich immer noch als Impf-Frischling. Nicht, dass ich wirklich an böse Omen und obskure Kalenderdaten glaube, an schwarze Katzen, die mir über den Weg laufen und das Unglück nach sich ziehen. Nein, mir geht es mit der Schweinegrippe-Impfung eigentlich recht gut, aber man weiß ja nie. Und man liest so viel. Und heute ist eben Freitag, der 13.

Aber nur Weicheier bleiben an so einem Tag im Bett unter der Decke liegen und fürchten, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt. Allen abergläubischen Hintergedanken zum Trotz: Fakt ist, dass ich gesund bin und mich 1 A fühle. Ich laufe sogar mit einer gewissen Portion Stolz durch die Redaktion und schwärme jedem vor, wie mutig ich doch bin.

Aber damit bin ich nicht alleine. Auch die Beamten vom Polizeirevier Pforzheim haben sich schon impfen lassen. Solche Männer braucht das Land. Keine Zimperlieschen, die in Todesangst wie das Kaninchen vor der Schlange auf jede unrecherchierte Grippe-Nachricht in den seltsamsten Medien starren und dann von der Schweinegrippe-Weltverschwörung fantasieren. Und schnell verbindet uns nicht nur das Freund-und-Helfer-Gen, sondern auch jegliche Resistenz gegenüber dem Schweinegrippevirus.

Warum nur haben immer noch so viele Menschen Angst vor der schützenden Impfung? Ich sehe es inzwischen als meine Aufgabe an, mehr Menschen davon zu überzeugen, wie sinnvoll die Impfung ist. Überzeugungsarbeit leisten durch ein persönliches Beispiel - seht her, mir geht es trotz Spritze in den Oberarm gut. In den nächsten Tagen werde ich berichten, ob ich erfolgreich war. Bis dahin verbleibe ich als ihr geschützter Freund und Helfer und Impf-Botschafter.

Philipp Broll