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Zwei Musliminnen stehen am Beckenrand einer Schwimmhalle in Münster und schauen auf ihre schwimmenden Kinder. Laut Hessischem Verwaltungsgerichtshof in Kassel muss eine muslimische Schülerin am gemischten Schwimmunterricht teilnehmen.
Zwei Musliminnen stehen am Beckenrand einer Schwimmhalle in Münster und schauen auf ihre schwimmenden Kinder. Laut Hessischem Verwaltungsgerichtshof in Kassel muss eine muslimische Schülerin am gemischten Schwimmunterricht teilnehmen. © dpa
12.10.2012

Muslimin verlässt Gymnasium wegen des Schwimmunterrichts

Eine muslimische Schülerin hat ein Gymnasium in Hildesheim aus religiösen Gründen verlassen - sie wollte nicht am gemischten Schwimmunterricht teilnehmen. „Das Kind sollte Jungen nicht in Badehosen sehen“, sagte der Schulleiter des Goethe-Gymnasiums, Reinhard Weddig, am Freitag unter Verweis auf die Eltern. Das Kultusministerium erklärte, es bestehe Schulpflicht und das gelte auch für den Schwimmunterricht.

Bei dem Streit in Hildesheim handele es sich um einen Einzelfall. Erst im September hatte ein elfjähriges muslimisches Mädchen in Hessen einen Rechtsstreit um die Befreiung vom Schwimmen verloren. Der Verwaltungsgerichtshof in Kassel hatte entschieden, dass der staatliche Bildungsauftrag Vorrang vor der Religionsfreiheit hat.

Die Eltern des Mädchens in Hildesheim, das gerade in die 5. Klasse des Gymnasiums gewechselt war, bezogen sich nach Darstellung des Schulleiters auf den Koran. Das Tragen eines Burkinis - eines speziellen Badeanzugs für muslimische Frauen - lehnten sie ab. Das Kind sei nicht von der Schule verwiesen worden, sagte Schulleiter Weddig. Die Eltern hätten das Mädchen vielmehr abgemeldet. dpa

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