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Die Angeklagte Beate Zschäpe (Zweite von links) steht im Gerichtssaal des Oberlandesgerichts in München zwischen ihren Anwälten Anja Sturm und Wolfgang Stark. Vor dem Oberlandesgericht wurde der Prozess um die Morde und Terroranschläge des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) fortgesetzt.
Die Angeklagte Beate Zschäpe (Zweite von links) steht im Gerichtssaal des Oberlandesgerichts in München zwischen ihren Anwälten Anja Sturm und Wolfgang Stark. Vor dem Oberlandesgericht wurde der Prozess um die Morde und Terroranschläge des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) fortgesetzt. © dpa
16.12.2014

Mutmaßlicher NSU-Unterstützer wirft V-Mann Lüge vor

München. Einer der mutmaßlichen Unterstützer des NSU-Trios in Chemnitz hat einen V-Mann der Lüge bezichtigt. Der V-Mann habe ihn zu Unrecht als Mitglied der rechtsradikalen Organisation „Blood & Honour“ bezeichnet, sagte er am Dienstag als Zeuge im Münchner NSU-Prozess. Er habe sich für die Szene nur aus geschäftlichen Gründen interessiert, weil er einen Szeneladen betrieben und Musik und Kleidung verkauft habe.

Die Bundesanwaltschaft wirft dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) zehn Morde und zwei Sprengstoffanschläge vor. Das NSU-Trio Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt war 1998 in den Untergrund abgetaucht und zunächst von Chemnitzer Mitgliedern der „Blood & Honour“-Gruppe versteckt und unterstützt worden, die das als Zeugen teilweise selbst eingeräumt hatten.

Die Ehefrau des Zeugen hatte sich als Mitgründerin dieser Organisation bezeichnet. Bei dem V-Mann handelt es sich um den im Zeugenschutz lebenden Carsten S., der vorübergehend bei dem Ehepaar angestellt war.

Am Nachmittag wollte das Gericht außerdem einen Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs als Zeugen hören, der einen der im NSU-Prozess mitangeklagten mutmaßlichen Helfer vernommen hatte.