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NSU-Angeklagter Carsten S. spricht Angehörigen Mitgefühl aus © dpa
19.06.2013

NSU-Angeklagter Carsten S. spricht Angehörigen Mitgefühl aus

München (dpa) - Im NSU-Prozess hat der Angeklagte Carsten S. den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl ausgesprochen. «Ich kann nicht ermessen, was Ihren Angehörigen für unglaubliches Leid, Unrecht angetan wurde», sagte der 33-Jährige am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht München.

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«Eine Entschuldigung wäre zu wenig. Eine Entschuldigung klingt für mich wie ein "sorry, und dann ist es vorbei" - aber es ist noch lange nicht vorbei. Ich wollte Ihnen mein tiefes Mitgefühl ausdrücken.»

Carsten S. hat zugegeben, den untergetauchten Neonazis Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe eine Waffe besorgt zu haben - höchstwahrscheinlich jene Pistole der Marke «Ceska», mit der die Terroristen neun Menschen ermordeten. Carsten S. ist nach eigenen Angaben kurz darauf aus der rechten Szene ausgestiegen. Er ist der bislang einzige der fünf Angeklagten im NSU-Prozess, der vor Gericht ausgesagt hat und Fragen beantwortet. Der Mitangeklagte Holger G. hatte lediglich eine Erklärung verlesen, aber keine Fragen zugelassen.