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Die Angeklagte Beate Zschäpe nimmt im Gerichtssaal im Oberlandesgericht in München ihren Platz neben ihrem Anwalt Mathias Grasel ein. Am Dienstag wurde der Prozess um die Morde und Terroranschläge des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) fortgesetzt.
Die Angeklagte Beate Zschäpe nimmt im Gerichtssaal im Oberlandesgericht in München ihren Platz neben ihrem Anwalt Mathias Grasel ein. Am Dienstag wurde der Prozess um die Morde und Terroranschläge des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) fortgesetzt. © dpa
07.03.2017

NSU-Prozess: Drehbuch für Bekennervideo mit Namen der Mordopfer

München. In einem Drehbuch zum Bekennervideo des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU) sind die Namen von neun Mordopfern aufgelistet. Das Oberlandesgericht München sichtete und verlas das handschriftliche, menschenverachtende und perverse Dokument am Dienstag.

Darin sind zahlreiche Ausschnitte aus Paulchen-Panther-Trickfilmen verzeichnet, die später zum Teil auch im Bekennervideo des NSU auftauchten. Außerdem finden sich in der Auflistung die Namen der neun Mordopfer, die mutmaßlich von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt mit der immer identischen Pistole vom Typ «Ceska» erschossen wurden.

Nebenklage-Anwalt Yavuz Narin hatte im laufenden NSU-Prozess die Sichtung der Aufzeichnungen beantragt, die mutmaßlich von Uwe Mundlos verfasst wurden. Darin finden sich auch zahlreiche detaillierte technische Einzelheiten zur Bedienung von Videosoftware.

Im NSU-Prozess ist Beate Zschäpe wegen Mittäterschaft an allen Verbrechen des NSU angeklagt. Sie hatte fast 14 Jahre mit Mundlos und Böhhardt im Untergrund gelebt. In einer ihrer Aussagen hatte sie bestritten, von den Morden oder dem Bekennervideo des NSU zu wissen oder daran mitgearbeitet zu haben.

Eine Wette mit Uwe Böhnhardt, bei der es um Videoschnitte ging, hatte sie damit erklärt, dass sie Werbeblöcke aus TV-Serien schneiden sollte. Dafür habe eine Fernbedienung genügt. Videoschnitt am Computer beherrsche sie nicht.