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NSU-Prozess

25.03.2014

NSU-Prozess: Gericht befasst sich mit Umfeld der Terrorgruppe

München (dpa) - Im Münchner NSU-Prozess hat sich das Gericht erneut mit einem wichtigen Zeugen aus dem früheren Umfeld der mutmaßlichen Neonazi-Terroristen befasst. Weil Max-Florian B. selbst wegen eines gegen ihn laufenden Ermittlungsverfahrens die Aussage verweigert hatte und deshalb nicht erneut vor Gericht erschien, sagte ein weiterer Vernehmungsbeamter des Bundeskriminalamts als Zeuge aus.

Der Polizist schilderte ausführlich, wie kooperativ sich B. bei den Befragungen verhalten habe. Demnach gab B. beispielsweise an, dass auch der im Münchner Prozess mitangeklagte André E. stets engen Kontakt zu Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gehalten haben müsse. Zudem sprach B. demnach stets von «den Dreien», machte also keine Unterschiede zwischen der Hauptangeklagten Zschäpe und den beiden Männern.

Bildergalerie: Gericht befasst sich mit wichtigem Zeugen aus dem NSU-Umfeld

In früheren Aussagen hatte B. zudem betont, Zschäpe habe in der Gruppe eine «gleichberechtigte Stellung» gehabt. Diese Aussagen belegen der Anklage zufolge die wichtige Rolle Zschäpes und den Vorwurf der Mittäterschaft bei den Anschlägen der Neonazi-Terrorgruppe.

B. hatte Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt nach deren Untertauchen 1998 eine Zeit lang in seiner Wohnung Unterschlupf gewährt - und auch später noch regelmäßig Kontakt zu den drei mutmaßlichen Mitgliedern des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU) gehalten. Dem NSU werden unter anderem zehn Morde zur Last gelegt, darunter neun an Kleinunternehmern ausländischer Herkunft und einer an einer Polizistin.