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NSU Sommerpause © picture alliance
06.08.2014

NSU-Prozess vor Sommerpause - War Verfassungsschützer am Tatort?

München (dpa) - Am letzten Verhandlungstag vor der Sommerpause im Münchner NSU-Prozess soll ein Polizeibeamter am Mittwoch zu einem der rätselhaftesten Verbrechen des «Nationalsozialistischen Untergrunds» aussagen. Es geht um den Mord an dem Betreiber eines Internetcafés in Kassel im April 2006.

Bildergalerie: NSU Prozess - war Verfassungsschützer am Tatort?

Um die Tatzeit herum hielt sich dort ein Beamter des hessischen Verfassungsschutzes auf. Nach eigener Aussage will er von dem Mord nichts mitbekommen haben, weil er das Lokal kurz vorher verlassen habe. Ein Kunde des Internetcafés sagte jedoch in einer Polizeivernehmung, der Verfassungsschützer sei erst später gegangen. Der nun als Zeuge im NSU-Prozess geladene Polizist hat zu diesem Vorfall ermittelt.

Die Münchner Staatsschutzkammer unterbricht den Prozess dann für drei Wochen und setzt das Verfahren Anfang September fort. Hauptangeklagte ist die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe, es geht unter anderem um zehn Morde der rechtsextremen Gruppe.