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© Symbolbild: dpa
14.05.2012

Nach Messerattacke: Polizist schießt Mann nieder

Wieder sind in Bayern bei einem Einsatz der Polizei Schüsse gefallen: Ein Beamter schoss in Altötting auf einen Mann und verletzte ihn schwer. Den Schüssen soll eine Messerattacke des 32-Jährigen auf einen unbewaffneten Polizisten vorausgegangen sein. Die Staatsanwaltschaft Traunstein und Kripo München ermitteln.

Vor einer Woche hatte die Polizei im schwäbischen Aichach einen Mann erschossen. Der 47-Jährige war laut Staatsanwaltschaft mit einer Axt auf Beamte losgegangen, die einen Nachbarschaftsstreit um einen Auto-Stellplatz schlichten sollten.

Nach Mitteilung des Polizeipräsidiums in Rosenheim vom Montag stellt sich der Fall in Altötting so dar: Eine Frau alarmiert am Sonntag die Polizei und sagt, ihr Freund wolle sich umbringen. Eine Streife rast zu der Wohnung.

Bereits beim ersten Kontakt soll der Mann die Beamten mit einem Messer bedroht haben, ehe er sich in seiner Wohnung verschanzt. Vor dem Eintreffen von Spezialisten kommt der 32-Jährige vor die Tür und greift laut der Mitteilung Beamte mit zwei Messern an. «Da er auf die Androhung des Schusswaffengebrauches nicht reagierte und weiter drohend und entschlossen auf die Beamten zuging, kam es zur Schussabgabe durch einen Beamten», heißt es in dem Bericht weiter.

Von den 85 Patronen, die Beamte 2011 bundesweit verfeuerten, waren 49 Warnschüsse. 36 Mal gaben die Polizisten gezielte Schüsse ab. Dabei wurden 15 Personen verletzt und sechs getötet, wie aus einer Statistik der Deutschen Hochschule der Polizei im westfälischen Münster hervorgeht. In der Polizeidirektion Pforzheim fiel dieses Jahr bislang nur ein viel beachteter Schuss - allerdings nicht gezielt und unfreiwillig bei einem Gerangel am Rande einer Faschingsveranstaltung in Tiefenbronn. dpa