nach oben
01.04.2008

Nackte Tatsachen

Dass der Playboy nur wegen der tollen Interviews gelesen wird, ist allseits bekannt. Aber wahrscheinlich sitzen in der Verlagsleitung lauter ignorante Schnarchnasen, die gerne nackte Frauen gucken und denen die Interessen der Leser wurscht sind. Überall auf der Welt gibt’s den Playboy nach wie vor mit blanken Busen. Was da an Platz verlorengeht, den man mit noch mehr tollen Interviews füllen könnte.

Nur die Leser auf den Philippinen, wo der Playboy in diesem Monat zum ersten Mal erscheint, die kriegen, was alle wollen. Dort ist die Busen-Postille ein „Lifestyle-Magazin für erfolgreiche Männer und Frauen“, wie Chefredakteur Beting Laygo Dolor erklärt. Gedruckt werden Artikel zum Zeitgeschehen. Punkt.
Nackte Frauen werden die Leser vergeblich suchen. Wobei sie die ja eh nicht suchen, sondern sich über die tollen Interviews freuen.
Man darf gespannt sein, ob diese Revolution im Reich der Häschen Schule macht. In Südostasien dürfte das Konzept jedenfalls ganz gut ankommen, obwohl die Gegend ja als schwieriger Markt für das Traditions-Magazin gilt. Ein gutes Jahr ist es erst her, dass der Herausgeber der indonesischen Ausgabe wegen Verletzung der Moralnormen vor Gericht gezerrt wurde. Wahrscheinlich war der Staatsanwalt sauer, weil zu viele nackte Frauen drin waren. Statt toller Interviews.