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Ein Frische-Behälter mit aufgeschlagenen Eiern auf einem Labortisch. Vor dem mit Insektizid Fipronil belasteten Eiern wi
Ein Frische-Behälter mit aufgeschlagenen Eiern auf einem Labortisch. Vor dem mit Insektizid Fipronil belasteten Eiern wird inzwischen in elf Bundesländern gewarnt. Foto: Guido Kirchner
07.08.2017

Neue Erkenntnisse zu Fipronil-Prüfungen erwartet

Berlin (dpa) - Zum Wochenstart sind neue Ergebnisse zur Prüfung von Eiern und daraus hergestellten Produkten auf giftiges Fipronil zu erwarten. Prüflabore bundesweit arbeiten auf Hochtouren an solchen Tests.Erste Rückrufe für Produkte mit verarbeiteten Eiern gab es bereits - betroffen waren Salate eines Lübecker Unternehmens. Auch bei anderen Lebensmitteln wie etwa Mayonnaise oder Eierlikör dürften

Experten zufolge Rückstände zu finden sein.

Viel Arbeit könnte zum Wochenstart auch der belgischen Lebensmittelsicherheitsbehörde FASNK bevorstehen. Am Wochenende wurde bekannt, dass die Behörde schon Anfang Juni von einem Verdachtsfall in einem Betrieb wusste - Wochen, bevor sie am 20. Juli andere EU-Länder informierte. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) kündigte an, am Montag mit seinem belgischen Kollegen zu telefonieren.

Als Grund für die wochenlange Geheimhaltung gab FASNK an, man habe die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht stören und erst Angaben zur Dimension des Falles sammeln wollen. In Belgien begann die Debatte über die Entscheidung schon am Sonntag. Der frühere Sonderbeauftragte für die Dioxin-Krise, Freddy Willockx, machte der Behörde schwere Vorwürfe. «Es passieren die gleichen Fehler wie in der Vergangenheit», sagte er. «Das beschädigt das Vertrauen unserer europäischen Partner und der Bevölkerung.»

Interessante Ergebnisse könnte es auch aus Niedersachsen geben: Dort wird weiter nach den Hintermännern einer Briefkastenfirma gesucht, an die mit Fipronil versetztes Reinigungsmittel geliefert wurde. Nach derzeitigem Ermittlungsstand mengte ein belgischer Hersteller einem gängigen Reinigungsmittel das Insektizid verbotenerweise bei und verkaufte die Mischung an

Betriebe in Belgien, den Niederlanden und Deutschland.

Die Verwendung von Fipronil bei Tieren, die Lebensmittel liefern, ist in der EU verboten. Zwar sind die von Fipronil-Eiern und -Produkten ausgehenden Gefahren für Verbraucher aus Expertensicht bei den bisher gemessenen Konzentrationen überschaubar. In hohen Dosen kann Fipronil für Menschen aber gefährlich sein - in Experimenten mit Ratten schädigte die Substanz nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) das Nervensystem und die Leber.

Laut Umweltbundesamt ist Fipronil als Gefahrstoff eingestuft: «Der Wirkstoff ist giftig beim Einatmen, bei Hautkontakt und Verschlucken und führt zur Schädigung von Organen.» Auf Wasserorganismen wirke Fipronil sehr giftig.