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Palästinenser bei Auseinandersetzungen mit Soldaten der israelischen Streitkräfte am Grenzzaun in der Nähe des Flüchtlin
Palästinenser bei Auseinandersetzungen mit Soldaten der israelischen Streitkräfte am Grenzzaun in der Nähe des Flüchtlingscamps Al-Buraj. Foto: Mahmoud Khattab/Quds Net News via ZUMA Wire
04.05.2019

Neue Eskalation an Israels Grenze zu Gaza

Tel Aviv/Gaza (dpa) - Mehrere militante Palästinensergruppen haben nach neuen Angaben der israelischen Armee rund 150 Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert. Dabei erlitt laut israelischen Medien am Samstag eine Frau in Kirjat Gat gefährliche Gesichtsverletzungen durch Splitter.Israel reagierte auf die Angriffe mit Panzerbeschuss und Luftangriffen. Dabei wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza ein 22 Jahre alter Palästinenser getötet und sechs weitere verletzt.

Israelische Sicherheitsbeauftragte hielten angesichts der Gewalteskalation eine Krisensitzung ab. Die Israelischen Streitkräfte (IDF) hatten bereits am Morgen angekündigt, die Gegend in der Nähe des Sicherheitszauns zu Gaza abzusperren. Israels Raketenabwehrsystem habe Dutzende Geschosse abgefangen, teilten die IDF mit. Sirenen nahe der Grenze zum Gazastreifen und im Inneren des Landes mahnten die Einwohner der israelischen Gemeinden, sich in Sicherheit zu bringen.

Die Armee griff eine Reihe von Militärposten der in Gaza regierenden radikalislamischen Hamas an. Zwei Raketenwerfer im Norden Gazas seien angegriffen und getroffen worden, hieß es. Auf der israelischen Seite verletzte sich Medien zufolge zudem ein Teenager auf dem Weg zu einer Schutzunterkunft, zwei weitere erlitten einen Schock.

Militante Palästinenserorganisationen rechtfertigten die Raketenangriffe mit dem Tod von Palästinensern bei Protesten der vergangenen Tage. Der Islamischer Dschihad machte deutlich, dass die Angriffe auch darauf abzielten, die Organisation des in knapp zwei Wochen geplanten Gesangswettbewerbs Eurovision Song Contest in Tel Aviv zu stören. Ein Hamas-Sprecher sagte, die Vereinbarungen für eine Waffenruhe seien «kein Hindernis» für Antworten auf Aggression: «Das Blut unseres Volkes ist eine Rote Linie.»

Die Spannungen zwischen Israel und den Palästinenserorganisationen im Gazastreifen waren nach einer Zeit der Ruhe zuletzt erneut eskaliert. Bei Protesten an der Grenze zu Israel und bei israelischen Luftangriffen waren am Freitag vier Palästinenser getötet worden. Rund 50 Palästinenser wurden verletzt. Nach Angaben der israelischen Streitkräfte wurden zudem zwei israelische Soldaten an der Grenze durch Schüsse verwundet.