nach oben
Der neue Wasserwerfer des Typs WaWe 10000 soll nach und nach alle Wasserwerfer der Polizei ersetzen. Jetzt rätseln Experten über Schäden, die durch Plastik-Wasserflaschen und Tennisbälle entstanden sind. Im Einsatzalltag allerdings könnten wohl eher Glasflaschen und Steine fliegen.
Der neue Wasserwerfer des Typs WaWe 10000 soll nach und nach alle Wasserwerfer der Polizei ersetzen. Jetzt rätseln Experten über Schäden, die durch Plastik-Wasserflaschen und Tennisbälle entstanden sind. Im Einsatzalltag allerdings könnten wohl eher Glasflaschen und Steine fliegen. © dpa
23.04.2014

Neuer Wasserwerfer bei Übung lädiert - Ministerium prüft Schaden

Eine Attacke mit Plastik-Wasserflaschen und Tennisbällen hat die Frontscheibe eines neuen Polizei-Wasserwerfers beschädigt. Das 900 000 Euro teure Modell «WaWe 10» hat nach Polizeiangaben vom Dienstag bei einer Routineübung in Thüringen faustgroße Schäden am Panzerglas der Fahrerkabine davongetragen. Das Bundesinnenministerium schaltete sich in den Fall ein.

Die Polizei bringt Wasserwerfer gegen gewaltbereite Fußballfans oder Demonstranten in Stellung bringt, weshalb die Fahrzeug auch Steinwürfen standhalten sollen.

Der 33 Tonnen schwere Wasserwerfer ist auch in anderen Bundesländern wie Hamburg und Berlin im Einsatz. «Bisher sind derartige Schäden an den neuen WaWe 10 nicht aufgetreten», sagte Ministeriumssprecherin Pamela Müller-Niese am Dienstag. Sie erklärte, dass der Bund 61 solcher Spezialfahrzeuge für die Bereitschaftspolizeien der Länder und die Bundespolizei geordert habe. 18 davon seien schon ausgeliefert. Nun solle mit allen Beteiligten analysiert werden, wie es zu den Schäden kam und wie gravierend sie sind. Im Depot müssten diese Wasserwerfer deshalb nicht bleiben, erklärte das Ministerium.

«Die Scheibe ist nicht zerstört», betonte der Sprecher der Landespolizeidirektion, Dirk Sauter, in Erfurt. Doch müsse geklärt werden, ob die Beeinträchtigung noch normal sei oder die Frontscheibe ausgetauscht werden müsse. Es soll einen Termin geben, um die Schäden zu begutachten und das weitere Vorgehen auch mit dem Hersteller zu besprechen. «Aus unserer Sicht ist die Frontscheibe nur marginal beeinträchtigt», sagte Sauter.

Über die Probleme mit dem Glas hatte zuerst der MDR berichtet. In Thüringen wurde bisher ein solches Gefährt mit 10 000-Liter-Wassertank in den Dienst gestellt. Es stand laut Sauter schon bei Polizeieinsätzen bereit. Probleme habe es bisher keine gegeben. Eine Sprecherin der Herstellerfirma in Österreich sagte dem MDR Thüringen, ihr Unternehmen werde sich in diesem Fall kulant zeigen. Die Schäden bezeichnete sie demnach nur als «Kratzer».

Die Linke im Landtag ist jedoch alarmiert und verlangt Aufklärung. So hat die Abgeordnete Katharina König zwei Kleine Anfragen zu dem Fall an das Innenministerium gestellt. Sie will unter anderem wissen, welche Konsequenzen aus den Schäden gezogen werden und wie die Landesregierung das Sicherheitsrisiko für die Polizisten im Innern des Wasserwerfers einschätzt.