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Der Dürre-Schaden für die deutsche Landwirtschaft liegt nach Schätzung des Deutschen Bauernverbandes deutlich über der geforderten Soforthilfe von einer Milliarde Euro.
Der Dürre-Schaden für die deutsche Landwirtschaft liegt nach Schätzung des Deutschen Bauernverbandes deutlich über der geforderten Soforthilfe von einer Milliarde Euro. © dpa/PZ
31.07.2018

News to go: 1,4 Milliarden Euro Dürre-Schaden wegen extremer Hitze

Deutschland schwitzt weiter - und ein Ende der Hitzewelle ist erstmal nicht in Sicht. Der heutige Dienstag könnte gar zum bisher heißesten Tag des Jahres werden.

Der Deutsche Wetterdienst hält an einzelnen Orten in Mitteldeutschland bis zu 39 Grad für möglich. Das sind keine guten Nachrichten nicht zuletzt für die Landwirte, die angesichts der Dürre in vielen Regionen auf staatliche Hilfen hoffen. Darüber entschieden wird voraussichtlich zwar erst Ende August. Vertreter von Bund und Länder wollen heute aber zumindest eine erste Bestandsaufnahme zu den Schäden auf den Feldern und Wiesen erstellen.

Schlagzeilen der Nacht

• Bund und Länder beraten über Dürre-Schäden
• Trump zu Treffen mit iranischer Führung bereit
• Tadschikistan: IS bekennt sich zu Anschlag auf Touristen
• Russland: Pussy-Riot-Mitglieder freigelassen und wieder festgenommen
• Frankreich: Parlament beschließt Handyverbot an Schulen
• Defekte Klimaanlage: Jugendliche erleiden Kreislaufkollaps

Mensch der Nacht

Andrea Nahles

Genau 100 Tage ist SPD-Chefin Andrea Nahles heute im Amt. Sie entrümpelt die Partei, die versprochene Erneuerung ist aber noch eine Hülse, ihre Bilanz bisher bescheiden, ein Umschwung nicht in Sicht. Rund elf Wochen vor der Landtagswahl ist Nahles auf Sommerreise in Bayern.

Zahl der Nacht

1 400 000 000

Der Dürre-Schaden für die deutsche Landwirtschaft liegt nach Schätzung des Deutschen Bauernverbandes deutlich über der geforderten Soforthilfe von einer Milliarde Euro. «Wir rechnen allein beim Getreide mit einem Minus von rund 1,4 Milliarden, dazu kommen Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln und Grünfutter», sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied der «Passauer Neuen Presse».

Zitat der Nacht

"Keine Vorbedingungen."

(Im eskalierenden Streit mit Teheran ist US-Präsident Donald Trump nach eigenen Worten ohne Vorbedingungen zu einem Treffen mit seinem iranischen Amtskollegen Hassan Ruhani bereit. «Ich würde mich sicherlich mit dem Iran treffen, wenn sie sich treffen wollten», sagte Trump gestern nach einem Treffen mit dem italienischen Ministerpräsidenten Conte im Weißen Haus. Wenn ein sinnvolles Atomabkommen mit dem Iran getroffen würde, wäre das aus seiner Sicht «gut für sie, gut für uns, gut für die Welt».)

Top-Themen des Tages

Die Hitze bleibt - die Diskussion über Dürre-Schäden auch

Hat der Hitzerekord vom vergangenen Donnerstag Bestand, oder gibt es heute einen neuen? Die Experten des Deutschen Wetterdienstes rechnen mit Höchsttemperaturen, die vielerorts bei mehr als 35 Grad liegen werden und vereinzelt die Marke von 39 Grad erreichen könnten. Wenn es so kommt, wäre der bisherige Spitzenwert für 2018, mit 38,0 Grad aufgestellt in Duisburg-Baerl, nach fünf Tagen wieder Geschichte. Deutschlands Landwirte sprechen derweil von Milliardenschäden durch die Dürre - und in Berlin treffen sich heute Vertreter von Bund und Ländern, um über Folgen der Trockenheit für die Bauern zu beraten.

Der Arbeitsmarkt im Juli: Heute kommen die Zahlen

Die Bundesagentur für Arbeit gibt heute um 10.00 Uhr die offiziellen Arbeitslosenzahlen für den Monat Juli bekannt. Fachleute rechnen wegen der Sommerpause in vielen Firmen mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Neueinstellungen seien zum Teil bis zum Frühherbst zurückgestellt worden. Ende Juni hatte die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland bei 2,276 Millionen gelegen. Das war der geringste Wert für den Monat Juni seit der deutschen Wiedervereinigung 1990.

Urteil im Prozess um S-Bahn-Anschlag in Düsseldorf-Wehrhahn erwartet

Gut 18 Jahre sind vergangen seit dem Bombenanschlag auf den S-Bahnhof Düsseldorf-Wehrhahn - heute um 09.30 Uhr wird in dem Prozess dazu das Urteil erwartet. Die Staatsanwaltschaft hat für den Angeklagten, dem sie Mordversuch aus Fremdenhass vorwirft, lebenslange Haft beantragt. Die Verteidigung fordert Freispruch. Bei dem Anschlag waren am 27. Juli 2000 zehn Menschen verletzt worden, ein ungeborenes Baby starb. Die Opfer waren überwiegend jüdische Zuwanderer aus Osteuropa.

Beirat für Kraftfahrt-Bundesamt soll Verbraucherinteressen stärken

Beim Kraftfahrt-Bundesamt sollen Verbraucher- und Umweltinteressen künftig eine größere Rolle spielen. Außerdem soll die Arbeit der Behörde transparenter werden. Dafür sorgen soll ein Beirat, der aus Vertretern von Bundesministerien sowie von Wirtschafts-, Verkehrs-, Umwelt- und Verbraucherverbänden gebildet werden soll. Das geht aus einem Konzept hervor, das der dpa vorliegt. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) soll die erste Sitzung am 23. August leiten.

Prozess gegen Trump-Wahlkampfmanager Paul Manafort beginnt

In den USA beginnt heute mit der Geschworenenauswahl ein Prozess gegen Paul Manafort, einen früheren Wahlkampfmanager von Präsident Donald Trump. Angeklagt ist der 69-Jährige wegen Steuer- und Bankbetrugs. Mit der Russland-Affäre, die der Sonderermittler Robert Mueller untersucht, hat das Verfahren zwar nicht direkt etwas zu tun. Interessant werden könnte aber trotzdem, ob Insider-Informationen aus dem Wahlkampf im Prozess bekannt werden - und wenn ja, welche.

Außerdem interessant

• Die Lufthansa legt um 07.30 Uhr ihre Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2018 vor.
• Quartalszahlen kommen auch von zwei großen Smartphone-Herstellern: Am Morgen präsentiert zunächst Samsung seine Zahlen für das zweite Quartal, am Abend folgt um 22.30 Uhr deutscher Zeit dann Apple.
• Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles setzt mit Terminen in Dietfurt (10.00 Uhr) und Neumarkt/Oberpfalz (12.15 Uhr) ihre Bayern-Reise fort. Nahles steht heute seit 100 Tagen an der Spitze der Partei.
• Das bayerische Kabinett tagt von 10.15 Uhr an einem außergewöhnlichen Ort: auf der Zugspitze.
• Die Weltgesundheitsorganisation WHO und das UN-Kinderhilfswerk Unicef stellen einen Bericht zum Stillen von Babys in den ersten Minuten nach ihrer Geburt vor.
• Die Bayreuther Festspiele gehen um 18.00 Uhr mit der Wiederaufnahme der Oper «Die Walküre» weiter, dirigiert von Placido Domingo.

Blick zurück

Heute vor ...

• 30 Jahren erklärt König Hussein von Jordanien in einer Fernsehrede, er trete das seit 1967 von Israel besetzte Westjordanland an die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) ab.
• 70 Jahren werden vor dem US-Militärgericht in Nürnberg die Urteile im Krupp-Prozess verkündet. Der Hauptangeklagte Alfried Krupp von Bohlen und Halbach wird wegen Plünderung und Zwangsarbeit zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. Der Krupp-Prozess war der dritte Wirtschaftsprozess unter den zwölf «Nachfolge-Prozessen» vor US-amerikanischen Militärgerichten in Nürnberg.
• 520 Jahren entdeckt Christoph Kolumbus auf seiner dritten Reise die Insel Trinidad.