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Ein vom Syrischen Zivilschutz zur Verfügung gestelltes Foto zeigt Zivilisten und Zivilschutzarbeiter neben einem Gebäude in Hobeit bei Idlib, das durch einen Luftangriff der syrischen Regierung zersört wurde.
Ein vom Syrischen Zivilschutz zur Verfügung gestelltes Foto zeigt Zivilisten und Zivilschutzarbeiter neben einem Gebäude in Hobeit bei Idlib, das durch einen Luftangriff der syrischen Regierung zersört wurde. © Foto: dpa
11.09.2018

News to go: Angriffe auf syrische Rebellenprovinz Idlib

Die syrische Armee und ihr Verbündeter Russland greifen weiter Ziele in der Rebellenhochburg Idlib an. Allein am Montag sollen laut Syrischer Beobachtungsstelle für Menschenrechte mehr als ein Dutzend Bombardements vor allem den südlichen Teil der Provinz getroffen haben.

In Genf kommen Vertreter Russlands, des Irans und der Türkei zusammen, um mit dem UN-Beauftragten für Syrien, Staffan di Mistura, über eine Verfassung für Syrien nach Kriegsende zu beraten.

Schlagzeilen der Nacht

• Berichte: Maaßen hält Chemnitz-Video doch für echt
• Demonstration in Köthen geht ohne Zwischenfälle zu Ende
• UN-Generalsekretär warnt vor «unkontrollierbarem Klimawandel»
• Bei Ryanair soll am Mittwoch wieder gestreikt werden
• USA schließen diplomatische Vertretung der Palästinenser
• Russland sendet Hunderttausende Soldaten und schweres Kriegsgerät zu einem Militärmanöver aus
• Bedrohlicher Hurrikan «Florence» steuert auf US-Ostküste zu
• Familie von Daniel Kaiser-Küblböck hofft auf «Wunder»

Mensch der Nacht

Kevin Hassett

US-Präsident Donald Trump hat sich von seinem Wirtschaftsberater Kevin Hassett für einen fehlerhaften Tweet korrigieren lassen müssen. Trump hatte auf Twitter geschrieben, die Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts in den USA sei erstmals seit mehr als 100 Jahren höher als die Arbeitslosenquote. «Die korrekte Zahl lautet zehn Jahre», sagte Hassett und fügte hinzu: «Ich bin nicht der Vorsitzende des Rates der Twitter-Berater.»

Zahl der Nacht

6000
Mit rund 6000 Fahndern will der deutsche Zoll Mindestlohn-Betrügern auf die Spur kommen. Erstmals gibt es eine solche Aktion im gesamten Bundesgebiet. Sie beginnt heute und soll morgen fortgesetzt werden. Immer wieder stehen Branchen wie Bau-, Fleisch-, Reinigungs- und Gastgewerbe im Verdacht, dass hier einzelne Unternehmer den gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde nicht zahlen.

Zitat der Nacht

„Das ist Saddam-Hussein-Sprache."
(NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) kritisiert mit deutlichen Worten Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), der nach den Ausschreitungen in Chemnitz die Migrationsfrage als «Mutter aller politischen Probleme» in Deutschland bezeichnet hatte. Der irakische Machthaber Saddam Hussein hatte vom bevorstehenden Zweiten Golfkrieg Anfang der 1990er Jahre als «Mutter aller Schlachten» gesprochen.)

Top-Themen des Tages

Maaßen soll Aussagen zu Chemnitz-Video relativiert haben
Für seine Äußerungen zu den Vorfällen in Chemnitz hat Verfassungsschutz-Chef scharfe Kritik geerntet. Nun soll er seine Aussagen zur Echtheit eines Videos von den Ereignissen relativiert haben. Nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» (Online) soll er in einem Schreiben an Innenminister Horst Seehofer (CSU) erklärt haben, das Video sei nicht gefälscht, er sei falsch verstanden worden. Dem Bericht zufolge hält Maaßen Zweifel für angebracht, ob das Video «authentisch» eine Menschenjagd zeige. Zuvor hatte er gesagt, es lägen seinem Amt keine belastbaren Informationen darüber vor, dass es Hetzjagden auf Ausländer gegeben habe. Auch lägen keine Belege dafür vor, dass das fragliche Video authentisch sei.

Mehrere Hundert Menschen bei Kundgebung in Köthen
Nach dem Streit zwischen zwei Männergruppen und dem Tod eines Deutschen im sachsen-anhaltischen Köthen gehen die Ermittlungen zu den Hintergründen weiter. Am Abend beteiligten sich an einem weiteren sogenannten Trauermarsch nach Polizeiangaben bis zu 550 Menschen. Die Polizei sprach nach ersten Erkenntnissen von einem eher friedlichen Verlauf. Am Sonntag waren bei einer ersten Spontandemonstration rund 2500 Menschen zusammengekommen.

Kampf gegen Mindestlohn-Betrug: Bundesweite Kontrollen des Zolls
Mit rund 6000 Fahndern will der Zoll bei einer bundesweiten Aktion heute und morgen Mindestlohn-Betrügern auf die Spur kommen. Immer wieder stehen Branchen wie Bau-, Fleisch-, Reinigungs- und Gastgewerbe im Verdacht, dass einzelne Unternehmer den gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde nicht zahlen. Zudem sollen die Kontrollen beim Aufdecken von Schwarzarbeit helfen.
Bundestag berät über Haushalt 2019
Nach dem Ende der Sommerpause werden im Bundestag kontroverse Debatten über den Bundeshaushalt 2019 erwartet. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) wird ab 09.00 Uhr die Etatpläne erläutern, die das Kabinett Anfang Juli beschlossen hatte. Scholz plant wegen der Umsetzung zahlreicher Koalitionsvorhaben mit steigenden Ausgaben von 356,8 Milliarden Euro - rund 13 Milliarden Euro mehr als im laufenden Jahr.

Neue OECD-Studie zeigt Stärken und Schwächen von Deutschlands Schulen
Eine neue Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeigt um 11.00 Uhr Stärken und Schwächen von Deutschlands Schulen auf. Die Untersuchung beschäftigt sich unter anderem mit den Chancen von Schülern mit verschiedenen Abschlüssen, den Schulerfolgen von Kindern mit Migrationshintergrund und der Entwicklung der Bildungsausgaben. An der Pressekonferenz nimmt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) teil.

Prozess gegen mutmaßlichen Entführer von Milliardärssohn beginnt
Rund drei Jahre nach der Entführung des Sohnes von Unternehmer und Milliardär Reinhold Würth beginnt vor dem Landgericht Gießen um 08.15 Uhr der Prozess gegen den mutmaßlichen Kidnapper. Der 48-Jährige soll den Mann mit Behinderung im Juni 2015 im hessischen Schlitz entführt und drei Millionen Euro Lösegeld gefordert haben. Nach einer gescheiterten Übergabe wurde Markus Würth einen Tag später in einem Wald bei Würzburg unversehrt an einen Baum gekettet gefunden.

Außerdem interessant

• Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht um 11.00 Uhr den Europäischen Gesundheitsbericht 2018.
• Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban will im EU-Parlament in Straßburg ab etwa 15.00 Uhr auf Vorwürfe antworten, in seinem Land sei der Rechtsstaat in Gefahr.
• Mit einer Großkundgebung in Barcelona wollen die Separatisten in Katalonien ab 17.00 Uhr ihren Forderungen nach einer Abspaltung der Region von Spanien Nachdruck verleihen.
• Russland beginnt das größte Militärmanöver seit dem Kalten Krieg.
• Mit den Stellungnahmen der beiden Verteidiger von Angelika W. enden um 11.00 Uhr die Plädoyers im Mordprozess um das sogenannte Horrorhaus von Höxter.
• Im Rennen um den Deutschen Buchpreis fällt um 10.00 Uhr die Entscheidung darüber, wer ins Finale einzieht. Die Jury veröffentlicht eine sogenannte Shortlist von sechs Titeln.
• Der Europäische Gerichtshof entscheidet um 09.30 Uhr, ob der Chefarzt eines katholischen Krankenhauses entlassen werden darf, weil er nach einer Scheidung wieder geheiratet hat.
• Das Europaparlament diskutiert erneut über die hoch umstrittene Reform des europäischen Urheberrechts. Nachdem die Parlamentarier die ursprünglichen Pläne im Juli zurückgewiesen hatten, debattieren sie ab 16.00 Uhr über mögliche Kompromissvorschläge.

Blick zurück

Heute vor ...
• 6 Jahren sterben bei einem Großbrand in einer Textilfabrik im pakistanischen Karachi mindestens 258 Menschen. Wegen fehlender Notausgänge können sich nur rund 100 Arbeiter retten.
• 17 Jahren werden in den USA beim folgenschwersten Anschlag in der Geschichte des Terrorismus rund 3000 Menschen getötet. Islamisten steuern drei gekaperte Verkehrsflugzeuge in das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington. Eine vierte Maschine stürzt in Pennsylvania ab.
• 73 Jahren setzt der niederländische Arzt Willem Johan Kolff zum ersten Mal erfolgreich eine künstliche Niere zur Blutwäsche ein.

Geburtstag haben heute

• Lena Lotzen (25), deutsche Fußballspielerin (SC Freiburg)
• Franz Beckenbauer (73), deutscher Fußballer und Trainer, Weltmeister mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft 1990 (als Teamchef) und 1974 (als Spieler)
• Brian De Palma (78), amerikanischer Regisseur («Mission: Impossible»)