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Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) spricht am 20.07.2017 in Berlin im Auswärtigen Amt zu den Medienvertretern anlässlich der diplomatischen Krise zwischen Türkei und Deutschland. Foto: Kay Nietfeld/dpa
21.07.2017

News to go: Bundesregierung setzt Stoppsignal für die Türkei

Die Grenze der Geduld ist erreicht: Nach Monaten der Zurückhaltung zeigt die Bundesregierung angesichts von Nazi-Vorwürfen, Besuchsverboten und Verhaftungen Zähne gegenüber der Türkei. Es geht nicht mehr um Warnungen und warme Worte, sondern um eine Kehrtwende der Türkei-Politik. Die dpa-Korrespondenten beleuchten die Folgen der Neuausrichtung in den unterschiedlichen Bereichen.

Schlagzeilen der Nacht

• Tote bei Erdbeben in der Ägäis
• Katars Emir ändert Anti-Terror-Gesetze
• USA besorgt wegen Polens Justizreform
• Venezuela: Zwei Tote bei Unruhen während des Generalstreiks
• IWF gibt Griechenland Geld unter Bedingungen
• «Linkin Park»-Sänger Bennington tot
• Exhumierung der sterblichen Überreste von Dalí begonnen

Mensch der Nacht

O.J. Simpson

Der frühere amerikanische Football-Star O.J. Simpson (70) darf vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Ein Begnadigungsausschuss entschied gestern im US-Bundesstaat Nevada, dass er das Gefängnis im Oktober auf Bewährung verlassen kann. Er war 2008 von einem Gericht wegen bewaffneten Raubs und Körperverletzung zu einer Haftstrafe von maximal 33 Jahren verurteilt worden.

Zahl der Nacht

1,6 Milliarden

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will Griechenland mit einer weiteren Finanzspritze in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro unter die Arme greifen. Die IWF-Gremien einigten sich bei ihrer gestrigen Sitzung «im Grundsatz» auf die Zahlung, die jedoch an Bedingungen geknüpft ist.

Zitat der Nacht

"Erdogan kümmert sich nicht mehr um Reaktionen von der westlichen Seite. Protest oder Kritik an seiner Politik gegen Menschenrechtsaktivisten oder Journalisten spielt für ihn keine Rolle."
(Der türkische Journalist und Regierungskritiker Can Dündar erwartet nicht, dass die Neuausrichtung der deutschen Türkei-Politik den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan beeindrucken wird.)

Top-Themen des Tages

Diplomatische Krise zwischen Deutschland und der Türkei

Im deutsch-türkischen Verhältnis stehen die Zeichen auf Konfrontation. Die Neuausrichtung der Türkei-Politik der Bundesregierung zielt bisher auf Tourismus und Wirtschaft. Die von Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) verkündeten Maßnahmen seien «absolut notwendig», sagte Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) der «Bild am Sonntag». Nach «Bild»-Informationen hat die Bundesregierung zudem geplante und bereits bestehende Rüstungsprojekte mit der Türkei vorläufig auf Eis gelegt. Die türkische Regierung wiederum warf der Bundesregierung «Erpressung» vor.

Kirchen veröffentlichen Zahlen zu Austritten

Die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland legen (12.00 Uhr) Zahlen zu ihrer Mitgliederentwicklung vor. Der Trend für die evangelische und die katholische Kirche zeigt dabei seit Jahren nach unten. 2015 gehörten der Statistik zufolge zwar noch mehr als 56 Prozent der Bevölkerung einer der beiden Kirchen an - zehn Jahre zuvor waren es aber noch mehr als 62 Prozent.

Kampf gegen Euro-Blüten: Bundesbank legt Falschgeldzahlen vor

Kriminelle bringen jedes Jahr Zehntausende gefälschte Euro-Scheine in Umlauf. Der Schaden geht in die Millionen. Die Deutsche Bundesbank gibt die Falschgeldzahlen für das erste Halbjahr bekannt. Im vergangenen Jahr hatten Banken, Handel und Polizei in Deutschland 82 150 Euro-Blüten aus dem Verkehr gezogen, das waren 14 Prozent weniger als 2015. Der Schaden verringerte sich binnen Jahresfrist von 4,4 auf 4,2 Millionen Euro. Auch weltweit waren im Gesamtjahr weniger gefälschte Euro-Scheine in Umlauf gebracht worden. Am beliebtesten war bei Fälschern im vergangenen Jahr der Fünfziger.

William und Kate beenden Deutschlandbesuch in Hamburg

Prinz William und Herzogin Kate reisen mit ihren Kindern George und Charlotte zum Abschluss ihres dreitägigen Deutschlandbesuchs nach Hamburg. Mit dem Zug geht es für die royale Familie von Berlin in die Hansestadt. Dort stehen zwischen 13 und 17 Uhr drei Stationen auf dem Plan - allesamt laut offiziellem Programm ohne die Mini-Royals. Erst kurz vor dem Rückflug, zu dem das Quartett vom Airbus-Gelände aufbricht, sollen der kleine Prinz und sein Schwesterchen wieder dabei sein.

DFB-Frauen müssen punkten: Sieg gegen Italien ist Pflicht

Die deutschen Fußballerinnen treffen im zweiten Gruppenspiel der Europameisterschaft in den Niederlanden (20.45 Uhr) auf Italien. Nach der Muskelverletzung von Stürmerin Svenja Huth im torlosen Auftaktmatch gegen Schweden vertraut DFB-Trainerin Steffi Jones gegen die Squadra Azzurra der Bundesliga-Torschützenkönigin Mandy Islacker. Die 28 Jahre alte Neu-Münchnerin soll zusammen mit Anja Mittag das deutsche Sturmduo bilden. Titelverteidiger Deutschland steht nach dem Remis zum EM-Start schon unter Druck, um die Viertelfinalqualifikation nicht zu gefährden.