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17.08.2017

News to go: Gabriel wirft Trump einen "Riesenfehler" vor

Außenminister Gabriel kritisiert die Äußerungen von US-Präsident Trump zu den Ausschreitungen in Charlottesville scharf. Die Gleichsetzung rechter und linker Gewalt erinnert ihn an eine Debatte, die nach den G20-Krawallen in Deutschland geführt wurde. 

Schlagzeilen der Nacht

• Treffen zur Zukunft des Flughafens Berlin-Tegel ohne Durchbruch 
• Keine Annäherung bei Nafta-Verhandlungen in Sicht 
• Trump löst Beratergremien auf 
• Horst Köhler wird UN-Beauftragter für Westsahara-Konflikt
• Gefängnismeuterei in Venezuela mit Dutzenden Toten
• Familienministerin Barley droht mit Frauenquote für Vorstände

Mensch der Nacht

Emma Stone: Emma Stone hat Jennifer Lawrence vom Thron gestoßen: Der «La La Land»-Star ist laut «Forbes»-Magazin zur bestbezahlten Schauspielerin der Welt aufgestiegen. In den vergangenen zwölf Monaten verdiente Stone demnach rund 26 Millionen Dollar (etwa 22 Millionen Euro). Auf dem zweiten Platz landete Jennifer Aniston mit 25,5 Millionen Dollar - Jennifer Lawrence schaffte mit 24 Millionen Dollar nur Platz 3.

Zahl der Nacht

600

Im Kampf gegen illegale Migration will Bulgarien den Schutz seiner Grenze zur Türkei massiv ausbauen. Das sagte der bulgarische Verteidigungsminister und Vizeregierungschef Krassimir Karakatschanow der «Welt». «Da werden auch hoch spezialisierte Kampftruppen dabei sein.» Insgesamt sollen demnach bis zu 600 Soldaten eingesetzt werden.

Zitat der Nacht

"Natürlich ist eine Gleichsetzung beider Seiten statt einer klaren Distanzierung vom nazistischen Potenzial, das sich da gezeigt hat, ein Riesenfehler. Und sie ist auch falsch. Und das zeigt eben, wie verwoben ein Teil der Unterstützer Trumps mit der rechtsradikalen Szene der Vereinigten Staaten ist."

(Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) wirft US-Präsident Donald Trump vor, die rechtsextremistisch motivierte Gewalt in Charlottesville in unzulässiger Weise relativiert zu haben.)

Top-Themen des Tages

Wie geht es weiter für Air Berlin?

Nach dem Insolvenzantrag von Air Berlin wirbt Verkehrsminister Alexander Dobrindt für eine starke deutsche Luftfahrt. Doch eine Übernahme der Fluglinie durch die Lufthansa ist nach Ansicht von Experten längst nicht ausgemacht - und stößt bei Wettbewerbshütern auf Kritik. Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann gibt sich zuversichtlich, viele der rund 8600 Arbeitsplätze retten zu können. Die Marke Air Berlin werde aber wohl verschwinden.

Gabriel wirft Trump «Riesenfehler» in Rechtsextremismus-Debatte vor

Im Gespräch mit der dpa kritisiert Außenminister Sigmar Gabriel die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu den Ausschreitungen in Charlottesville scharf. Die Gleichsetzung rechter und linker Gewalt erinnert ihn an eine Debatte, die nach den G20-Krawallen in Deutschland geführt wurde. «Wir haben auch bei uns erlebt, dass es zu einer Gleichsetzung gekommen ist, und dass versucht worden ist, das politisch gegen die SPD zu instrumentalisieren», sagte er. «Und das, obwohl wir hier einen echten Rechtsterrorismus und keinen vergleichbaren Linksterrorismus haben.»

Bundeswehr arbeitet am Umgang mit ihrer Tradition

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) eröffnet in Hamburg den ersten Bundeswehr-Workshop, bei dem mit der Überarbeitung des Traditionserlasses begonnen werden soll. Der Erlass war 1982 ergangen und regelt die Grundlagen der Traditionspflege in der Bundeswehr - er bleibt dabei aber vage. Eine Affäre um rechtsextreme Umtriebe in der Truppe hatte im Frühjahr eine Diskussion um deren Umgang mit ihrer Tradition und insbesondere der Wehrmacht entfacht.

Urteil erwartet im Prozess um Grafinger Messerstecher

Im Prozess um die tödliche Messerattacke in Grafing werden die Plädoyers und das Urteil erwartet (9.30 Uhr). Das Münchner Landgericht muss darüber entscheiden, ob der heute 28-Jährige in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird oder in Haft kommt. Ein Gutachter hält den Mann unter anderem wegen einer Psychose für schuldunfähig. Der Beschuldigte soll im Mai 2016 am Bahnhof in Grafing bei München vier Menschen mit einem Messer attackiert haben. Einer von ihnen starb.

Gericht entscheidet über Klagen gegen Internet-Werbeblocker

Das Münchner Oberlandesgericht entscheidet (14.00 Uhr), ob ein Softwareunternehmen Werbeblocker für Internetnutzer anbieten darf. Medienunternehmen wie die «Süddeutsche Zeitung» und ProSiebenSat.1 wollen das kostenlose Programm Adblock Plus der Kölner Firma Eyeo verbieten lassen und verlangen Schadenersatz. Die Software blockiert Werbung auf Internetseiten, ausgenommen solchen, die sich auf eine sogenannte Whitelist von Eyeo setzen lassen. Dafür verlangt das Unternehmen Geld. Die insgesamt drei Kläger sehen dieses Vorgehen als unlauteren Wettbewerb an. Vor dem Landgericht waren sie im vergangenen Jahr gescheitert.