nach oben
Der ehemalige US-Präsident Barack Obama erhielt in Baden-Baden den Deutschen Medienpreis verliehen.
Der ehemalige US-Präsident Barack Obama erhielt in Baden-Baden den Deutschen Medienpreis verliehen. © dpa
26.05.2017

Obama erhält zum Medienpreis auch reichlich Zuneigung in Baden-Baden

Hier stimmt das deutsch-amerikanische Verhältnis: Ex-Präsident Barack Obama bekommt in Baden-Baden den Deutschen Medienpreis. Alle finden ihn klasse - als wäre er nie aus dem Amt geschieden.

Umfrage

Barack Obama wird in Deutschland bejubelt. Wird hierzulande Donald Trump als sein Nachfolger als US-Präsident ähnlich populär werden können?

Ja 10%
Nein 78%
Vielleicht 2%
Mir egal 10%
Stimmen gesamt 331

Am Ende entscheidet sich Barack Obama gegen den roten Teppich und wählt einen Nebeneingang - möglicherweise aus Sicherheitsgründen. Im Saal bei der Verleihung des Deutschen Medienpreises in Baden-Baden weht dem ehemaligen US-Präsidenten sofort Sympathie entgegen. «Sie sind ein Mensch, der andere ermutigt und Zuversicht verbreitet», lobt der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Preisstifter Karlheinz Kögel sagt mit Blick auf Amtsnachfolger Donald Trump: «Würde und Bescheidenheit sind leider mit Ihnen am 20. Januar aus dem Weißen Haus ausgezogen.»

Altbundespräsident Joachim Gauck lobt Obama für seine Werte und Ideale. Er erinnert an den Eindruck, den seine Amtsführung weit über die USA hinaus hatte: «Es dürfte auch nur sehr wenige ausländische Politiker geben, deren Wirken in Deutschland mit so großem Interesse, mit so viel Sympathie verfolgt wurde und wird, wie das Ihre.»

Obama bedankt sich mit Gedanken über die Welt, die ebenso ernst wie hoffnungsvoll sind. Zunächst wünscht er aber launig, seine 16 und 18 Jahre alten Töchter hätten die lobenden Worte gehört. Dann würden sie ihn wohl wieder wichtiger nehmen und ihm zuhören.

Die Schrecken des Terrors lässt er ebenso wenig aus wie die Herausforderungen des Klimawandels und der Globalisierung. Der 55-Jährige erinnert an gemeinsame Werte wie Menschenrechte und Demokratie. Die Deutschen lobt er für die Aufnahme einer großen Zahl von Flüchtlingen: «Sie sollten stolz darauf sein.»

Für den 55-Jährigen ist es an diesem Tag bereits der zweite überaus herzliche Empfang. Am Vormittag beantwortet er beim evangelischen Kirchentag in Berlin vor Zehntausenden Menschen am Brandenburger Tor mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Fragen junger Menschen.

Als Träger des Deutschen Medienpreises in Form einer handbemalten Keramikfigur steht Obama in einer Reihe von herausragenden Persönlichkeiten. Darunter einer seiner Vorgänger, Bill Clinton. Königinnen sind dabei, der Dalai Lama, Schauspieler George Clooney und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Obama hatte bereits 2009 beim Nato-Gipfel Eindruck in Baden-Baden hinterlassen. Damals in Begleitung seiner eleganten First Lady Michelle, jubelten ihm die Menschen zu. Sein Nachfolger im Amt, Donald Trump, hatte sich dagegen bereits viel früher eine kühle Abfuhr in der Kurstadt abgeholt. Als der Milliardär noch gar nichts mit Politik am Hut hatte, wollte er im Jahr 2004 ein Buch in Baden-Baden vorstellen. Allerdings nur, wenn die Stadt alle Kosten übernimmt und ihn zum Ehrenbürger macht. Man habe ohne Umschweife abgesagt, berichtete Stadtsprecher Roland Seiter kürzlich über die Anekdote.

Der Baden-Badener Rüdiger Klimt steht bereits Stunden vor der Veranstaltung an der Absperrung vor dem Kongresshaus und hofft, einen Blick auf den Ex-Präsidenten werfen zu können. Er hatte ihn bereits 2009 sehen wollen, was aber wegen der Sicherheitsvorkehrungen kaum möglich war. «Ich finde ihn gut, ganz locker und offen.»

Trotz sichtbarer Polizeipräsenz geht das Leben an diesem sonnigen Vatertag in der badischen Kurstadt seinen normalen Gang, etwas vornehm und doch entspannt. Der Deutsche Medienpreis hat sich seit seiner ersten Auflage 1992 zu einem gesellschaftlichen Ereignis entwickelt, das weit ausstrahlt. Die Gästeliste ist gespickt mit Hochkarätern: Die Fernsehmänner Frank Elstner und Günther Jauch etwa, Bundestrainer Joachim Löw, Model Toni Garrn und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

Leserkommentare (0)