nach oben
Obama würdigt Israel als Garanten gegen Wiederholung des Holocaust © dpa
22.03.2013

Obama würdigt Israel als Garanten gegen Wiederholung des Holocaust

Jerusalem. US-Präsident Barack Obama hat zum Abschluss seines dreitägigen Israelbesuchs den jüdischen Staat als Garanten gegen eine Wiederholung eines Holocaust bezeichnet. «Der Staat Israel existiert nicht wegen des Holocausts, sondern mit dem Überleben eines starken jüdischen Staates Israel wird es nie wieder zu einem Holocaust kommen», sagte er am Freitag bei einem Besuch von Yad Vashem, der Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem.

Bildergalerie: Obama spricht sich in Yad Vashem gegen Antisemitismus aus

Damit reagierte er auch auf Kritik an seiner Rede in Kairo 2009, nach der ihm vorgeworfen worden war, er habe Israels Existenz nur als Folge des Massenmordes an den Juden durch die Nazis dargestellt. Er näherte sich damit aber auch dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu an, der angesichts einer möglichen iranischen Atombewaffnung von der Gefahr eines neuen Holocausts gesprochen hat.

Bildergalerie: Obama in Israel: Proteste gegen Besuch

Zugleich sprach sich Obama gegen Antisemitismus aus. «Der Antisemitismus hat keinen Platz in der zivilisierten Welt», sagte er. In der «Halle der Erinnerung» in Yad Vashem fachte er das «ewige Feuer» an und legte einen Kranz nieder. In den Boden des abgedunkelten Raumes sind die Namen der Vernichtungslager in ganz Europa eingelassen. Obama wurde bei seinem Besuch begleitet von Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und von Staatspräsident Schimon Peres.

Die vor 60 Jahren gegründete Einrichtung erinnert an die Ermordung von sechs Millionen Juden durch Nazi-Deutschland während des Zweiten Weltkriegs. Bei dem Besuch war auch der frühere Oberrabbiner Israel Lau zugegen, der selbst den Holocaust überlebt hat. Obama äußerte sich bewegt: «Sie sind keine Zahlen», sagte Obama über die Opfer des Holocaust. «Sie waren Männer, Frauen und Kinder - so viele Kinder.» Jeder werde hier an die Fähigkeit des Menschen zum Bösen, aber auch an seine Fähigkeit zum Guten erinnert, betonte Obama.

Am Morgen seines letzten Besuchstages in Israel hatte Obama bereits Kränze an den Gräbern von Theodor Herzl und Izchak Rabin niedergelegt. Herzl (1860-1904) war einer der Mitbegründer des Zionismus, Rabin (1922-1995) war Ministerpräsident und wurde von einem rechtsextremen Gegner seiner Friedenspolitik ermordet. Später am Tag wurde Obama in der Geburtskirche Jesu in Bethlehem südlich von Jerusalem erwartet. Der Besuch galt als Geste der Solidarität mit den oft bedrängten christlichen Gemeinden in den arabischen Ländern.

Obama hatte Herzl bei einer Rede am Vortag als Menschen gewürdigt, der die Weitsicht besessen habe, dass die Zukunft des jüdischen Volkes mit seiner Vergangenheit verbunden werden müsse. Rabin pries er als einen Staatsmann, der verstanden habe, dass Israels militärischen Siegen ein Kampf für den Frieden folgen müsse. Obama nahm sich auf dem Friedhof etwa zehn Minuten Zeit, um mit Angehörigen Rabins zu sprechen.

Für den Nachmittag war die Weitereise nach Jordanien vorgesehen, wo Obama zu Gesprächen mit König Abdullah II. erwartet wurde. Die viertägige Nahostreise endet am Samstag mit einem Besuch der weltberühmten Felsenstadt Petra.