nach oben
20.04.2010

Österle bleibt: Schock für Scherer

Beim FV Öschelbronn ist Feuer unterm Dach – sportlich als auch zwischenmenschlich. Sportlich hängt der Fußball-Kreisligist am Abgrund. Mit nur 18 Punkten aus 23 Spielen steht der Aufsteiger derzeit mit einem Bein wieder in der A-Klasse.

Von Schlusslicht FC Mühlacker (7 Punkte) wird man wohl nicht mehr eingeholt werden. Vielmehr wird sich der Klub bis zum Saisonende mit dem Türkischen SV Pforzheim (20), 1. FC Nußbaum (20), 1. FC Calmbach (22) und dem 1. FC Bauschlott (24) um den Klassenerhalt streiten müssen. Dabei steht heute schon das wichtige Spiel in Bauschlott an. Spielbeginn ist um 18.30 Uhr.

Mit von der Partie wird dann auch wieder Thomas Scherer sein, der vor der Runde zum FV Öschelbronn kam. Doch es wird eines seiner letzten Spiele für den Fußballverein sein. Denn der 39-Jährige ist schwer verärgert.

Rückblick: Vor dieser Runde folgte Scherer, der beim SV Königsbach als Spielertrainer tätig war, dem Lockruf des FV Öschelbronn. Der Verein machte ihm angeblich das Angebot, nach der Runde Oliver Österle als Trainer abzulösen, der schon seit rund vier Jahren in Öschelbronn ist. „Die Option war da“, sagt Scherer gegenüber der PZ. „Aber ich bin nicht nach Öschelbronn gegangen, weil ich jemandem den Job wegnehmen wollte, sondern weil ich gedacht habe, die Nachfolgeregelung wäre schon geklärt“, so der Offensivkünstler. Der Schock für Scherer kam dann am vergangenen Wochenende: Vor der Partie beim FC Germania Singen (1:3) sickerte durch, dass der Verein für ein weiteres Jahr mit Österle verlängert hat.

Scherer war perplex. „Für mich ist das nun eine schwierige Situation, denn ich habe in der Winterpause einige Anfragen abgelehnt und stehe nun mit nichts da“, ärgert er sich. „Schade ist einfach, dass niemand mit mir gesprochen hat, schließlich versteht man sich ja gut.“

Die Entscheidung des Vereins, mit Österle weiterzumachen, hat auch schon erste Konsequenzen. Michael Nagel ist als Spielleiter zurückgetreten. „Der Verein hat sein Versprechen nicht eingehalten. Für mich besteht daher keine Basis mehr für eine Zusammenarbeit“, begründet Nagel seinen Rückzug.

Und was sagt der Verein dazu? „Es war nie ein Thema, dass Thomas Scherer bei uns Trainer wird. Wir haben ihn nur als Spieler verpflichtet“, erklärt Gerhard Pernicka vom FVÖ-Spielausschuss und fügt hinzu: „Mit der Arbeit von Oliver Österle sind wir sehr zufrieden. Er macht ein super Training, nur die Punkte fehlen.“

Und was macht nun Thomas Scherer? „Ich spiele die Runde noch zu Ende. Werde dann aber den Verein verlassen und schauen, was sich ergibt.“

Am Rande noch: Der FV Öschelbronn bemüht sich weiter um Renato Bestvina, der nach der Saison den Landesligisten Alemannia Wilferdingen verlassen wird. „Wir sind an ihm dran“, sagt Spielleiter Gerhard Pernicka.

Ähnlich wie dem FV Öschelbronn geht es auch der TG Stein – nur eine Etage tiefer und auch nur sportlich gesehen. Die Mannschaft von Gerold Weber rangiert acht Spieltage vor dem Rundenende auf Platz 14 in der Kreisklasse A1, punktgleich mit dem Tabellen-13. TSV Ötisheim, aber auch auf Augenhöhe mit dem Tabellenvorletzten SV Königsbach. Woran liegt‘s, dass Stein wie in der letzten Saison wieder gegen den Abstieg kämpft? „Wir haben teilweise zu viel Respekt vor den Gegnern“, sagt Gerold Weber und verweist dabei auf seine unerfahrene Mannschaft. Zu den jungen Wilden im Kader gehören unter anderem Torwart Pascal Schneider (zurzeit verletzt), Benjamin Hauser, Sebastian Kurz, Oliver Heger, Manuel Roser und auch Gerold Webers Sohn Tim mit seinen 20 Jahren.

Oft die Kohlen aus dem Feuer holen müssen dann immer wieder die erfahrenen Spieler wie Angreifer Jürgen Mayer – mittlerweile auch schon 39 Jahre – sowie Sturmpartner Daniel Müller und Mittelfeldspieler Mark Weinbrecht. Die Tore von Mayer und Müller reichten aber auch am vergangenen Spieltag gegen den 1. FC Kieselbronn II nicht. Die TG vergeigte sozusagen ein „Sechs-Punkte-Spiel“ durch „ein unnötiges Tor“ (Weber) kurz vor dem Schlusspfiff. Der 50. Geburtstag Webers war an diesem Tag daher etwas getrübt. Dennoch blickt der Coach zuversichtlich nach vorne. „Letztes Jahr sind wir nach der Vorrunde auch schlecht dagestanden und haben dann in der Rückrunde gezeigt, was wir es drauf haben. Wir müssen nur den Willen zeigen.“

Vorentscheidend könnte da schon die Partie am 2. Mai beim SV Königsbach sein. Das Hinspiel gewann die TG mit 5:1. Das wäre auch diesmal wieder ganz nach dem Geschmack von Weber. Als ehemaliger Königsbacher Spieler und Co-Trainer von Volker Rudel will er den Ortsnachbarn aber nicht in die B-Klasse befördern. „Am besten wir bleiben beide drin“, hofft Weber, der die TG Stein vermutlich auch in der nächsten Runde trainieren wird. „Ich tendiere dazu, noch ein Jahr weiterzumachen.“