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Am Samstag heißt es in München wieder "Ozapft is!" © Symbolbild: dpa
15.09.2016

Oktoberfest startet am Samstag: 13 Dinge, die Sie über die Wiesn wissen sollten

Am Samstag heißt es in München wieder „Ozapft is!“. Um 12.00 Uhr will Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) das erste Fass Bier anzapfen und damit das Oktoberfest eröffnen. Hier sind 13 Fakten über die Wiesn, die Sie sicher noch nicht wussten. 

Bildergalerie: 13 Dinge, die Sie über die Wiesn wissen sollten

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1. Den Rekord beim berühmten Fassanstich hält der ehemalige Oberbürgermeister Christian Ude mit zwei Schlägen. Weit hinter ihm liegt der Begründer des Anzapfens, Thomas Wimmer, der 1950 müde 19 Schläge benötigte.

2. Große Panne beim Fassanstich: der damalige OB Erich Kiesl konnte sich den Spruch „Ozapft is!“ wohl nicht merken, denn er rief lauthals „Izapft is!“ in die Menge.

3. Der absolute Wiesnhit „ Ein Prosit der Gemütlichkeit“ ist mittlerweile Kult und wird immer von einem kräftigen Schluck aus dem Maß begleitet. Doch sein Ursprung liegt nicht in Bayern sondern in Sachsen, dort wurde es von dem Musiker Bernhard Dittrich in Chemnitz komponiert. Der bekam von seinem Erfolg aber nichts mehr mit, das Lied etablierte sich erst 1912 nach seinem Tod auf dem Oktoberfest.

4. Gottesdienst im Bierzelt – Im Hippodrom Festzelt wird nicht nur viel Bier getrunken und zu Schlagerhits gefeiert, nein, hier wird jedes Jahr am ersten Oktoberfestdonnerstag ein Wiesngottesdienst abgehalten. Erstmals fand der Gottesdienst 1956 statt, dabei werden auch Schaustellerkinder getauft oder gefirmt.

5. Verein gegen betrügerisches Einschenken: Für den Münchner ist sein Bier wie das Amen in der Kirche – nicht wegzudenken. Wenn dann aber beim Maßausschank gepfuscht wird, wird es sehr unschön. Deswegen setzt sich der Verein gegen betrügerisches Einschenken dafür ein, dass das Maß voll ist. Nur ist leider behördlich ein Unterschank von 0,1 Liter erlaubt. Geht man dann von einem Maßpreis von neun Euro aus ist ein Unterschank von 0,1 Liter 90 Cent wert, Das macht bei sechs Millionen getrunken Maß einen ergaunerten Gewinn von 5,4 Millionen Euro. Kein Wunder, dass sich die Münchner darüber stundenlang echauffieren können.

6. Italiener auf der Wiesn: Nur 19 Prozent der Wiesn-Besucher kommen aus dem Ausland, 17 Prozent davon sind Italiener. Vor allem das zweite Festwochenende scheint bei den Italienern äußerst beliebt zu sein. Tausende Italiener strömen an diesem Wochenende über den Brenner nach München, weswegen es auch gern als Italiener-Wochenende betitelt wird. Doch sie treiben sich nicht nur im bunten Getümmel herum, die Polizisten die im Einsatz sind, bekommen dann Unterstützung von ihren italienischen Kollegen.

7. Einstein auf dem Oktoberfest – da fragt man sich doch, was der schlaue Kopf und der Verfasser der berühmten Relativitätstheorie auf so einem Fest zu suchen hatte. Doch er hat sich dort nicht ins Getümmel gestürzt. Nein, der gute Einstein hat Ende des 19. Jahrhunderts Glühlampen im Schottenhammel-Zelt in ihre Fassungen geschraubt, als Lehrling in der Elektrofirma seines Vaters. Da sieht man: Selbst die schlausten Köpfe der Menschheit haben klein angefangen.

8. Zwei Maß und dann noch fahren? Wenn es nach dem ehemaligen bayrischen Ministerpräsident Günther Beckstein gehen würde, wäre das kein Problem. Der sagte 2008 nämlich: „Wenn man die Maß in sechs, sieben Stunden auf dem Oktoberfest trinkt, ist es noch möglich.“ Also keine Panik wenn mal wieder keine Bahn fährt und das Auto nicht alleine in der Stadt rumstehen soll. Einfach bei zwei Maß bleiben und dann kann es Problemlos wieder heimwärts gehen - wenn die Polizei nicht kontrolliert.

9. Die kuriosesten Fundstücke des Oktoberfests 2015: Wie verliert man einen Hund wenn man sie eigentlich nicht mit aufs Gelände nehmen darf? Das haben sich wohl die Mitarbeiter des Fundbüros der Wiesn gefragt, als der besagte Hund bei ihnen abgegeben worden ist. Zu den anderen Fundstücken lassen sich wohl nur Spekulationen machen wie und warum man so etwas verliert. Dazu zählen unter anderem: Ein KFZ-Kennzeichen, ein Holzschild mit der schönen Aufschrift „Sauerkraut“, drei Eheringe (hoffentlich führte das nicht zu verheerenden Missverständnissen), Krücken und natürlich eine elektrische Luftpumpe, der Gegenstand der auf keiner zünftigen Wiesn fehlen darf.

10. Was wären die Wiesn nur ohne den Alkohol? Für viele heute unvorstellbar, aber in den Anfängen des Oktoberfestes gab es auf dem Festgelände keinen Alkohol. Trinkfreudige Besucher konnten ihr Bier oder andere hochprozentige Getränke nur außerhalb des Geländes kaufen. Doch schnell war klar, dass es um einiges sinnvoller wäre, den Verkauf auf dem Festgelände zu erlauben. Mit dieser Erkenntnis etablierten sich dann auch die Bierzelte für die die Wiesn heute so bekannt ist.

11. Sollte es mal der Traum von jemandem gewesen sein, Wirt auf dem Münchner Oktoberfest zu werden, wird derjenige jetzt wohl bitter enttäuscht sein. Es ist eigentlich unmöglich, Wiesnwirt zu werden. Denn die Warteliste ist lang, so kann es schon passieren, dass man erst in 20 Jahren endlich seinen Traum erfüllen kann. Teuer ist der Traum zudem auch: Rund zwei Millionen Euro muss so mancher Wirt für den Auf- und Abbau seines Zeltes hinblättern.

12. Die Menschenmassen, die jedes Jahr auf das 42 Hektar große Festgelände pilgern, müssen ja auch irgendwo ihr Maß trinken können. Die Zahlen im gastronomischen Bereich sind fast unglaublich. Rund 119.000 Sitzplätze (in Zelten und davor) sind vorhanden, allein im größten Festzelt, dem Hofbräu, finden 10.000 Menschen Platz. Im Vergleich dazu: Das kleinste Festzelt bietet lediglich Platz für 60 Personen.

13. Mülleimer sucht man auf dem Oktoberfest vergeblich. Nach dem Oktoberfestattentat von 1980 wurden alle Abfallkörbe auf dem Gelände abgeschafft. Denn die Bombe, die 12 Menschen in den Tod riss und 200 weitere Besucher zum Teil schwer verletzte, explodierte in einem Mülleimer am Eingang zum Festgelände.

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