nach oben
Der inhaftierte Chef der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, hat türkischen Berichten zufolge zu einer Waffenruhe aufgerufen. Die Kurden fühlen sich von den Türken systematisch unterdrückt, die Türken sehen in den Kurden potenzielle Terroristen.
Der inhaftierte Chef der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, hat türkischen Berichten zufolge zu einer Waffenruhe aufgerufen. Die Kurden fühlen sich von den Türken systematisch unterdrückt, die Türken sehen in den Kurden potenzielle Terroristen. © dpa
21.03.2013

PKK-Chef Öcalan ruft zu Waffenruhe und Demokratisierung auf

Der seit 14 Jahren inhaftierte Chef der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, hat seine Anhänger zu einer Waffenruhe aufgerufen. PKK-Kämpfer sollten sich aus der Türkei und von den Grenzen des Landes zurückziehen, zitierte die PKK-nahe Agentur Firat am Donnerstag aus der Erklärung, die Politiker der Kurdenpartei BDP in Diyarbakir vor Hunderttausenden Anhängern in kurdischer Sprache verlasen. Öcalan verknüpfte seinen Aufruf mit der Forderung nach einer Demokratisierung der Türkei.

«Es ist an der Zeit, dass die Waffen schweigen und Ideen sprechen», hieß es demnach in der Erklärung weiter. Alle trügen große Verantwortung für die Demokratisierung im Zusammenleben der Volksgruppen und ein Leben auf Grundlage von Freiheit und Gleichheit. «Es ist Zeit für Einheit und Zusammenarbeit, nicht für Konflikt», mahnte Öcalan demnach.

Der auf einer Insel im Marmarameer inhaftierte Öcalan hatte einen «historischen Aufruf» angekündigt, der den 30 Jahre dauernden, blutigen Konflikt beenden helfen soll. Die PKK hatte in der vergangenen Woche im Nordirak bereits acht verschleppte Türken freigelassen. Dies galt als vertrauensbildende Maßnahme, die die Weichen für eine Friedenslösung stellen soll.

Die PKK wird von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie kämpft seit Anfang der 1980er Jahre für Unabhängigkeit oder größere Autonomie der Kurdengebiete in der Türkei. Kurdische Organisationen beklagen eine systematische Diskriminierung ihrer Volksgruppe durch den türkischen Staat.