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13.08.2012

PZ-Zapp: Teeniekommödie "Sex Up - ich könnt schon wieder"

Der Titel klingt nach einem schlechten Porno. Bei "Sex Up - Ich könnt' schon wieder" handelt es sich allerdings um den zweiten Teil einer Teeniekomödie. Und die bedient sämtliche Klischees: Die drei Hauptdarsteller sind junge, unerfahrene Milch-Bubis mit ebenso niedlichen Namen: Häschen (Jacob Matschenz), Ziege (André Kaminski) und – wenigstens einer kann einen normalen Namen vorweisen – Max (Jonas Jägermayr).

Die drei leben in einer Wohngemeinschaft. Eines Tages beginnt der Müll zu leben. Bis hier hin eigentlich nichts Ungewöhnliches im Leben von Studenten. Auch nicht, dass sich die Pflanze, die da aus den Pizzaresten emporwächst, lediglich von Bier ernährt.

Und da es in Filmen für Teenies offenbar immer um Sex gehen muss, wird die Pflanze zum zentralen Element im Film. Denn die enthält die Scharfmacherdroge "Sex Up". Wer eine Pille mit dem Serum schluckt, verliebt sich nach – ganz genau – 53 Minuten in sein Gegenüber. Ach, was sag ich? Er fällt über sie oder ihn her. Und in Händen dreier Jungs kann mit diesem Teufelszeug so einiges schief gehen.

Beispiel gefällig? Häschen geht seiner Freundin fremd, die er eigentlich zurückerobern will, Ziege landet erst mit der Traumfrau, dann mit dem schwulen Mitbewohner Max im Bett. Lustig? Leider kein bisschen. Die Handlung ist platt, die Gag sind ausgelutscht. Amüsant sind höchstens die kleinen Details am Rande. Ziege trinkt nach einem viel zu scharfen Essen aus einer Pfütze, Häschen wird in den Fängen eines dubiosen Pharmakonzerns mit Musik von "Anton aus Tirol" gefoltert und der Pharmakonzern heißt „Phagtec“, was – wenn man es gesprochen hört – wieder perfekt ins Konzept passt. Aber dafür muss man nun wirklich keinen Film drehen. Und schon gar nicht zwei. Was die Produzenten leider nicht erkannt haben: Sex ist leider auch nicht alles.

Bei so viel Schwachsinn wundert es übrigens, dass es der Regie gelingt, die aus dem Ruder gelaufenen Handlungsstränge am Ende zu einem Happy End zu verbinden. Für mich war der Schluss im Übrigen auch ein Happy End. Ich konnte endlich zur Olympia-Abschlussfeier umschalten und den Abend bei guter britischer Musik ausklingen lassen.