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TV-Kolumne PZ-zapp

08.08.2013

PZ-zapp: "Aktenzeichen XY" mit Tunnelräuber aus Region

Dieses Mal habe ich "XY" im ZDF mit anderen Augen gesehen. Das lag daran, dass ich mich schon vor Mittwochabend mit der aufwendig vorbereiteten Tunnelraub-Fahndung beschäftigt hatte - für die Ausgabe Mühlacker der "Pforzheimer Zeitung" und in kürzerer Form für www.pz-news.de. Besonders hatte ich aus lokaler Sicht "Pavel Hatira", den Anführer der Räuberbande im Blick. "Pavel" dürfte zwar nicht aus der Region kommen, aber Michael Baral, der ihn spielte, stammt aus Wiernsheim-Pinache.

Bildergalerie: Einbruch über einen 30 Meter langen Tunnel

Von Schauspieler Baral wusste ich bereits, dass er in einer Art Doppelrolle zu sehen ist, einmal als Bankkunde und dann eben im Untergrund. Klar, dass er da nicht genau gleich aussah. Interessant fand ich auch ein Bild von "Pavel" aus der Überwachungskamera zu sehen. Richtig gut zu erkennen war er verständlicherweise nicht, aber man konnte zumindest eine Ahnung bekommen, dass er Baral vom Typ her ähneln mag.

Während sich der Schauspieler "Aktenzeichen XY" in Berlin an seinem Wohnort und dem Schauplatz des Geschehens mit Freunden anschauen und sie dabei bewirten wollte, habe ich den 30-minütigen Beitrag ganz unabgelenkt verfolgt. Was mir dabei erst klar wurde, war, wie viel Erde und Sand die "Hatira"-Bande unbemerkt weggeschafft haben musste. Um die Volksbank in Berlin auszurauben, hatten die Räuber Monate lang einen Tunnel gegraben.

Der Film war so angelegt, dass man im Detail sicher unterschiedlicher Meinung sein kann, grundsätzlich fand ich ihn einfach gut - und obwohl ich wusste, was passiert, auch spannend. "Ich war überrascht wie gut das Thema aufbereitet war" sagt Nadine Schmid, Redakteurskollegin aus der PZ-Geschäftsstelle in Mühlacker: "Der Tunnelraub war mir vorher nicht dauerpräsent, ist aber in jedem Fall ein spannender Fall."

Sie ist nicht gerade ein Fan des Fahndungs-Klassikers, fand aber beeindruckend, dass durch die Rolle eines alten Herrn, der nicht einen materiellen Schaden hatte, sondern außerdem die Fotos verstorbener Angehörige verlor, die menschliche Komponente deutlich wurde.

Auch Ramona Deeg, Redakteurin der PZ in Mühlacker, war gespannt auf den Fahndungsfilm zum Berliner Tunnelraub. Der war ihr dann allerdings zu lang. "Man hätte ihn deutlich raffen können, gerade weil das ja ein bekannter Fall war."

Übrigens, ob das nun der gewünschte polnischer Akzent war, den der schwäbische Schauspieler Baral nachahmte, gibt noch Diskussionsstoff. So oder so: Das Positive überwiegt, auch weil die Polizei neue Hinweise zu dem spektakulären Verbrechen erhalten hat.

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