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TV-Kolumne PZ-zapp

21.04.2013

PZ-zapp: Ex-Pforzheimer Erwin Kintop raus - Folgt Bohlen?

Tränen fließen mal wieder reichlich bei „Deutschland sucht den Superstar“. Vor allem der Kurzzeit-Pforzheimer Erwin Kintop hat Grund, hemmungslos zu weinen. Sein Traum vom DSDS-Finale ist geplatzt. Und damit der Rauswurf auch noch so richtig dramatisch wird, muss er mit seiner Freundin Lisa ums Weiterkommen bangen. Das Liebespaar der 2013-Staffel ist dabei aber schon getrennt – Lisa steht auf der Bühne, Erwin, weil er noch nicht 18 ist, unten in den Zuschauerrängen.

Umfrage

DSDS verliert Zuschauer: Ist Dieter Bohlen zu oft im TV zu sehen?

Ja, er langweilt schon ein bisschen 46%
Nein, der Typ ist immer noch super 13%
Mal so, mal so 6%
Wer ist Dieter Bohlen? 35%
Stimmen gesamt 663

Das Leben kann so hart sein – und die Macher von DSDS legen immer noch einmal eine Schippe nach. Lisa gegen Erwin – die eine darf weiterhin vor Dieter Bohlen singen, der andere muss sich jetzt wohl erst einmal neu sortieren und sein Alltagsleben vom Traum- in den Realitätsmodus umschalten. Obwohl Bohlen die abstimmenden Zuschauer darum bat, auch mal für die männlichen Nachwuchssänger zu stimmen, damit am Showende nicht nur junge Frauen unter sich sind, flog Erwin raus.

Bildergalerie: Pforzheimer Erwin Kintop bei DSDS

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In der Show davor erntete Kintopp noch Lob, doch jetzt lag der Ex-Pforzheimer stimmlich, so „Tokio Hotel“-Ikone Bill Kaulitz, „komplett daneben“. Schiefe Töne begleiteten den Song „Lieber Gott“ von „Marlon & Freunde“. Besser klang dagegen „Baby“ von Justin Bieber. Aber am Ende reichte es trotz  beruhigendem Wangen-Küsschen von Bohlen nicht, um genügend Fans für einen Telefonanruf zu motivieren.

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Ob denen vielleicht auch das Geturtel mit Lisa auf den Nerv gegangen ist? „Dschungelcamp“-Mutti Olivia Jones weiß es ganz genau: Das Händchenhalten mit Lisa wird nicht ewig dauern. Das hat eine Wahrsagerin der Drag-Queen verraten.

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Spannender wäre es gewesen, wenn die füllige Hellsichtige mit den total beringten Wurstfingern die einzig wirklich wichtige Frage beantwortet hätte: Wie lange müssen wir noch DSDS über uns ergehen lassen? Große Gefühle (geschickt „wie echt“ inszeniert), große Sprüche (gerne auch mal reichlich dämlich), große Songs (leider nicht immer großartig interpretiert) – Bohlens Castingshow war einmal ein Muss für jeden jungen und jung gebliebenen Privatsender-Showfan. 2003 sahen fast 13 Millionen das erste DSDS-Finale. In der aktuellen Staffel muss sich RTL mit einem Viertel der Zuschauer pro Sendung begnügen. Da helfen auch die Kinderstars von „Tokio Hotel“ in der Jury nicht weiter. Und jetzt wurde auch noch Andrea Berg als Sensation in der nächsten Folge verkündet. Das seichte Tralala kann also noch seichter werden.

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Inzwischen gibt es Castingshows wie Sand am Meer. Jeder Untalentierte entdeckt seine verborgenen Talente – und der noch nicht restlos abgestumpfte Zuschauer wünscht sich oft, dass diese öffentlich vorgestellten Fähigkeiten lieber für immer verborgen geblieben wären. Richtige Superstars wurden nie bei DSDS gefunden. Aber viele einfach gestrickte Menschen mit einem hohen Maß an Selbstüberschätzung und einem Hang zum Exhibitionismus haben sich in der Show schon zum Gespött der Nation gemacht. Heimgeschickt wurden sie mit einem verbalen Tritt in den Hintern von Lästermaul Bohlen.

Seine Show hat gewisse menschenverachtende Züge. Je dümmer der hilflose Teilnehmer, desto blöder der Spruch – und desto mehr Lacher auf Kosten eines bemitleidenswerten Zeitgenossen, dem man es aus Profitgründen erlaubt hat, seine Psychose vor der Kamera auszuleben. So erzieht man mit billigen Lachern Zuschauer zu Häme und Sarkasmus.

Aber ewig wird das nicht so weitergehen. Der deutsche Casting-König ist nach Ansicht seiner TV-Produzentin Ute Biernat möglicherweise zu häufig auf dem Bildschirm zu sehen. Erst vor einer Woche hatte RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger Änderungen an DSDS angemahnt.

Wenn die bei RTL tatsächlich Änderungen an DSDS vornehmen, sollten sie auch gleich den Rest des Programms überarbeiten. Aber wer weiß, was dort den ganzen Tag über läuft, traut den möglichen Änderungen nicht. Für RTL gilt wahrscheinlich dieser Spruch ganz besonders: Schlimmer geht immer.

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