nach oben

TV-Kolumne PZ-zapp

16.07.2012

PZ-zapp: "Perfektes Promi-Dinner" mit F-Promis

Was für ein Programm. Im Ersten nichts Neues - ein aufgewärmter Tatort. Im ZDF eine Pilcher-Schnulze - in drei Sätzen ist die Geschichte erzählt. Und auf RTL planen Georg Clooney und sein Team zum wer-weiß-wie-vielten Mal den perfekten Coup. Langweilig. Dann doch lieber "Das perfekte Promi-Dinner". Das norddeutsche Quartett ist allerdings so prominent, dass ich zwei davon nicht einmal wirklich kenne. Da wären Mirja du Mont, die durch ihren Mann berühmt ist, der gealterte Countrysänger Gunther Gabriel und Falk-Willy Wild, unglaublich bekannt durch seine Hauptrolle in der ARD-Telenovela "Rote Rosen".

Vierte im Bunde und erste Gastgeberin der Kochshow ist Sarina Nowak. Bitte wer? Noch nie was von ihr gehört. Ich wünschte, es wäre auch dabei geblieben. Was über die rotbemalten Lippen der Sechstplatzierten von "Germany`s Next Topmodel" kommt, ist wenig geistreich. Die 19-Jährige punktet weniger mit ihren ersten Kochversuchen im Elternhaus als vielmehr mit dem etwas zu kurz geratenen Blümchenkleid. Countrylegende Gunther Gabriel jedenfalls ist hin und weg - und tut dies auch gerne und ständig durch plumpe Sprüche kund. Zumindest, wenn er gerade keines seiner grauenvollen Lieder anstimmt. Sein Urteil zu Sarinas Menü: "Die Köchin fand ich besser." Wie muss dann wohl das Essen geschmeckt haben?

Der Fokus liegt auch bei Koch Nummer zwei, Falk-Willy Wild, nicht allzulange auf dem Menü. Dabei legt der charmante Schauspieler sich mächtig ins Zeug. Aber Wildkräutersalat, Heidschnucke und Erdbeerparfait werden uninteressant, sobald die Superman-Unterhose im Kleiderschrank entdeckt ist. Die ist an Peinlichkeit kaum zu übertreffen. Wobei? Doch! Da wären die selbstbemalten T-Shirts von Sarina. Oder der riesige rosa Teddy, der zwar in ihrem Zimmer sitzt, ihr aber natürlich nicht gehört.

Allmählich bekomme ich Hunger. Während Sky du Monts hübsche Gattin also an den Töpfen wirbelt, geh ich ebenfalls in die Küche. Ich bin allerdings pünktlich wieder zurück, um das Hausboot von Gunther Gabriel näher in Augenschein zu nehmen. Er serviert Erbsensuppe und Blutwurst, gekocht wird allerdings nicht selbst. Soviel zum Konzept der Sendung...

Siegerin des Abends ist übrigens am Ende Mirja, die Schauspieler-Gattin. Eine gute Entscheidung. Die zweifache Mutter sieht nicht nur umwerfend aus, sie verführt ihre Gäste auch noch mit zartem Kalbfleisch und Schokotarte. Sie koche gerne, verrät sie. Wenn auch im Fall der Sendung leider nur in einer fremden Küche. Putzen mag sie dagegen nicht so, Bügeln nur sonntags beim Fernsehen. Sehr sympathisch, die Frau.

Von perfekt war diese Sendung leider weit entfernt. Einen Vorzug hatte sie aber: Ich hatte Zeit genug, mir selbst etwas warmzumachen. Mein Fazit: Das nächste Mal nutze ich die Zeit gleich sinnvoll - und koche selbst. Her mit den Vorschlägen! Anke Baumgärtel