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© Fotolia/Dietz
23.03.2015

PZ-zapp: Rasante Premiere der neuen Berliner "Tatort"-Ermittler

Viele Bilder, viele schnelle Schnitte, viel Blut, viel Grauen, viel angefangene Nebengeschichten – der „Tatort: Das Muli“ fordert die volle Konzentration. Das muss man aushalten können, dafür aber wird man mit einem spannenden Krimi aus Berlin belohnt, der so hektisch und so radikal wie die Hauptstadt ist.

Ein bisschen viel auf einmal war es schon, aber die „Tatort“-Premiere von Meret Becker als Kommissarin Nina Rubin und Mark Waschke als Kommissar Robert Karow macht Lust auf mehr. Dieser neue Berliner „Tatort“ hat nichts mit den oft betulichen Ermittlungen von Ritter (Dominic Raacke) und Stark (Boris Aljinovic) gemein. Hier geht es rasant zur Sache, auch wenn die privaten Geschichten um das Ermittlerduo ein bisschen dick aufgetragen anmuten.

Richtig krass wird die Brutalität der libanesischen Mafia geschildert. Da zählt ein Menschenleben nichts. Einer jungen Frau, die als „Muli“ in ihrem Magen Kokain aus Mexiko nach Berlin geschmuggelt hat, wird noch bei lebendigem Leib Magen und Darm aufgeschlitzt, um das Kokain zu bergen. Mehr Blut an Wänden und Boden geht nicht. Die Mafia macht Berlin zum Schlachthaus. Wer bei den dunklen Geschäften einen Fehler macht, muss mit dem Tod rechnen. Abtrünnige Gangster sind ohnehin zum Abschuss freigegeben. Und das Ganze geschieht unter den Augen der Polizei – oder mit ihrer Hilfe.

Kommissar Karow jedenfalls hat Beziehungen zur libanesischen Mafia. Und die bleiben bei seiner „Tatort“-Premiere lange ungeklärt. Außerdem scheint er ein echtes Kollegen-Ekel zu sein. Aber so etwas kennen wir aus Dortmund ja auch schon. Mal sehen, wie sich das in den nächsten Filmen entwickelt. Dass seine gelegentlich auf schnellen, harten Sex im Hinterhof stehende Kollegin Rubin Probleme mit Mann und Kindern hat, war ebenfalls abzusehen. Das typische Polizistenschicksal, zumindest im Fernsehen.

Ich mag dieses hohe Erzähltempo und die vielen Bilder. Rasant, direkt – modern. Sicher, der ein oder andere „Tatort“-Fan wird sich hier erst noch eingewöhnen müssen, aber Meret Becker und Mark Waschke haben einen guten, viel versprechenden Start hingelegt. Mehr davon.