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29.03.2016

PZ-zapp: Realität geht anders - aber nicht im neuen "Tatort" aus Freiburg

"Tatort: Fünf Minuten Himmel" - die Figuren blass, die Story an den Haaren herbeigezogen, die Charaktere hoffnunglos überfrachtet und die neue schwangere Ermittlerin (Heike Makatsch) zu allem Überfluss ständig allein unterwegs... geht's noch unglaubwürdiger? Wohl kaum. Mal wieder ein Tatort ohne Biss. Und schon wieder eine Ermittlerin die in privaten Problemen ertrinkt und trotzdem beruflich Höchstleistung erbringt. Wahnsinnig glaubhaft. Und ich hatte mich echt gefreut.

Auf Heike Makatsch als Kommissarin Ellen Berlinger und vor allem auf Freiburg. Hochgelobt im Vorfeld das Wechselspiel zwischen Dialekt und Hochdeutsch. "Na und?" kann ich da bloß sagen. Kann sein, dass der Bienzle und sein Schwäbisch vor zig Jahren etwas Neues waren, aber den Dialekt bloß dazu herzunehmen, den Unterschied zwischen anbiederndem Chef, anfangs gelangweiltem Team und taffer Ermittlerin zu zementieren, finde ich platt. Was hat Integrität mit Sprache zu tun? Scheinbar alles.

Und dann die Teenagerinnen. Haben nichts Besseres zu tun, als sich gegenseitig die Luft abzudrücken.  Auch nicht neu, wie der sehr sympathische Mitermittler im Rollstuhl treffend feststellt. Warum es dann aber so toll klappt, wenn der Sohn des Mordopfers zudrückt und es fast danebengeht, wenn seine Ex es mal auf eigene Faust versucht? Ohne Erklärung. Genauso wie die interessante, aber völlig in der Luft hängende Beziehung zwischen der Komissarin und ihrer Mutter. Warum hat sie damals ihre Tochter bei der Oma gelassen, warum tut sie sich jetzt so schwer, sich um die junge Frau zu bemühen? Möglich, dass die offenen Fragen Lust auf mehr Folgen machen sollen. Aber nicht für mich.

Da hoffe ich auf das neue Ermittlerteam um Harald Schmidt. Wir im Süden können nämlich alles, wenn wir wollen auch Hochdeutsch.

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