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TV-Kolumne PZ-zapp

© Dietz
03.12.2012

PZ-zapp: „Tatort: Todesschütze“ schnell abhaken

Simone Thomalla mag ja privat ganz nett sein. Ihre Fotos im „Playboy“, als sich die Mittvierzigerin 2010 hüllenlos präsentierte, waren durchaus sehenswert. Als „Tatort“-Kommissarin ist sie das leider nicht. Entsprechend mäßig war das „Tatort“-Erlebnis am Sonntag bei der Leipziger Folge „Todesschütze“.

Ich ärgere mich jedes Mal, wenn Simone Thomalla als Kommissarin Eva Saalfeld eine ganze Folge lang mit dem immer gleichen und gleich starren Gesichtsausdruck durchs Bild läuft. Da trifft es sich gut, dass sie nie mehr als nur einen Satz am Stück sagen muss, denn das Reden vor der Kamera ist ebenfalls nicht so ihr Ding. Das wirkt alles so hölzern und gleichzeitig so ohne Ecken und Kanten, ohne erkennbares Profil. Wenn sie Betroffenheit spielen soll, und das scheint ja im Gegensatz zu ihrem rationalen Kollegen Kommissar Andreas Keppler (Martin Wuttke) genau ihr spezieller Part zu sein, dann mutet das so aufgesetzt an, dass ich unwillkürlich gähnen oder mich genervt vom Bildschirm abwenden muss.

Wuttke, der einsame Wolf, der mit seiner eiskalten Logik und der scheinbaren Beziehungsunfähigkeit an Sherlock Holmes erinnert, gefällt mir da schon eher. Aber in der Folge „Todesschütze“ hat er mich dieses Mal nicht überzeugen können.

Dabei bot die Geschichte um Jugendgewalt und einen daraus resultierenden Rachefeldzug, um falsch verstandene Kameradschaft in der Polizei und einen damit verbundenen Vater-Sohn-Konflikt jede Menge Stoff für gleich zwei, drei „Tatort“-Folgen. Eine gewisse Spannung war zu spüren. Obendrein gab es auch etliche überraschende Wendungen, die mich auf einen falschen Täter tippen ließen. Das ist sonst die Ausnahme, wie meine von den frühen Täter-Enthüllungen zuweilen genervte „Tatort“-Komplizin auf der Wohnzimmercouch bestätigen kann.

Vielleicht war ich von den vielen Geschichten, die da in eine Handlung gequetscht wurden, einfach überfordert. Um was ging es eigentlich? Um Jugendgewalt in und außerhalb der Straßenbahn? Um den Weg der Gewalt eines die Wahrheit und Vergeltung suchenden Opfers? Oder war es mehr eine Polizisten-Geschichte zwischen verhängnisvoller Kumpanei und familiärer Katatstrophe?

Egal. Das Ding ist gesehen und abgehakt. Und morgen bestimmt schon wieder vergessen.

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