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© dpa
19.02.2016

Papst kritisiert Donald Trump: Mauern bauen ist «nicht christlich»

Rom. Donald Trump ist kein besonders christlicher Bewerber im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf. Bislang schadete ihm das nicht. Nun kritisiert ihn ausgerechnet der Papst.

Unmittelbar vor der nächsten Vorwahl in den USA hat Papst Franziskus den republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump scharf kritisiert. «Eine Person, die daran denkt, Mauern statt Brücken zu bauen, ist nicht christlich. Das ist nicht das Evangelium», sagte der Argentinier laut Vatikan-Mitteilung am Donnerstag auf dem Rückflug von seiner Mexiko-Reise nach Rom. Er ging damit auf Trumps Vorschlag zum Bau einer Mauer an der US-Grenze zum Nachbarstaat Mexiko ein.

Er wolle sich nicht in die US-amerikanische Politik einmischen, erklärte das katholische Kirchenoberhaupt. «Ich sage nur, dieser Mann ist kein Christ, wenn er solche Dinge sagt. Dann muss man schauen, ob er das so gesagt hat oder nicht.»

Trump macht sich immer wieder für einen strikteren Umgang mit Einwanderern aus Mexiko stark. Fast auf jeder Wahlkampfveranstaltung spricht er davon, dass er eine Mauer an der südlichen Grenze der USA errichten will. «Und Mexiko wird für diese Mauer bezahlen.»

Der 69-Jährige nannte die Aussagen des Papstes schändlich. Franziskus sei von Mexikos Regierung irregeleitet worden. «Der Papst hat nur eine Seite der Geschichte gehört, sagte Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung. «Er sieht weder die Verbrechen noch den Drogenhandel noch den schlechten Einfluss der aktuellen Politik auf die US-Wirtschaft.»

Er fügte hinzu: «Wenn der Vatikan vom IS angegriffen wird, was das Ziel der Terrormiliz ist, wird sich der Papst noch wünschen und dafür beten, dass Donald Trump Präsident ist.»

Die Aussagen des Papstes schlugen in den USA hohe Wellen. Sie könnten für Trump zu einer ungünstigen Zeit kommen. Am Samstag steht im Bundesstaat South Carolina die nächste Vorwahl bei den Republikanern an. Der 69-Jährige liegt in Umfragen deutlich vorn. Aber er hatte schon in der Vergangenheit Schwierigkeiten, als religiöser Bewerber zu überzeugen. Trump ist zweimal geschieden. Die USA sind ein christlich geprägtes Land. Religion und Glaube spielen im Wahlkampf eine große Rolle.

Bei den Vorwahlen sieben die beiden großen Parteien ihre Bewerber aus. Die jeweiligen Spitzenkandidaten der Republikaner und Demokraten werden dann auf Parteitagen im Sommer gekürt. Die Präsidentschaftswahl folgt am 8. November.