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07.09.2015

Papst ruft zur Aufnahme von Flüchtlingen auf - Bistümer verstärken Suche

München/Paderborn (dpa) - Nach dem Aufruf des Papstes zu mehr Solidarität mit Flüchtlingen verstärken katholische Bistümer in Deutschland ihre Suche nach Unterkünften. Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker forderte alle Kirchengemeinden des Erzbistums in einem Brief auf, «ernsthaft zu überprüfen, ob bei Ihnen vor Ort gemeindeeigener Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden kann». Denn trotz aller bisherigen Anstrengungen gebe es immer mehr Notlagen und Engpässe.

Auch ein Sprecher des Erzbistums München betonte am Montag: «Der Papstaufruf rennt bei uns offene Türen ein.» Schon jetzt seien in der Erzdiözese rund 1000 Flüchtlinge in kirchlichen Gebäuden untergebracht. Kardinal Reinhard Marx habe vor zwei Wochen alle Kirchengemeinden angeschrieben und um Hilfe gebeten. «Wir bekommen darauf immer noch neue Rückmeldungen.»

Die Bundesarbeitsgemeinschaft «Asyl in der Kirche» begrüßte den Appell des Papstes. «Es wird schon viel getan, es kann aber noch mehr getan werden», sagte die Geschäftsführerin Genia Schenke Plisch. Sie hoffe, dass Kirchengemeinden jetzt positive Erfahrungen mit Migranten machten und in besonderen Härtefällen dann auch bereit seien, Kirchenasyl zu gewähren.

Angesichts der Flucht Zehntausender Menschen nach Europa hatte Papst Franziskus am Sonntag gesagt: «Ich appelliere an alle Pfarreien, religiösen Gemeinschaften, Klöster und Wallfahrtsorte in ganz Europa (...), eine Flüchtlingsfamilie aufzunehmen.»

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