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Hat Pforzheim abgegrast: OB Peter Boch. Foto: Stadt Pforzheim
Hat Pforzheim abgegrast: OB Peter Boch. Foto: Stadt Pforzheim
02.03.2018

Pforzheimes Politiker und der ganze Rest: Umzug und Zug

Wir Dürfen Vollzug melden: Auch das neueste Mitglied der Rathaus-Führungsriege hat einen Wohnsitz in der 125 000-Einwohner-Stadt gefunden, hat sein altes Haus verkauft und an der neuen Wirkungsstätte das künftige Domizil erstanden. Es können also den Umzug angehen der Vater, die drei Kinder und Frau Monika.

Also: Monika Müller, die noch amtierende Pforzheimer Sozialbürgermeisterin, die bekanntlich nach den Osterferien in ähnlicher Funktion in der ähnlich großen Stadt Wolfsburg ihre Arbeit aufnimmt. Damit enden die Ähnlichkeiten aber auch schon. Schließlich ist die eine Stadt vom Strukturwandel gebeutelt, nachdem sie eine lange Jahre extrem prosperierende wirtschaftliche Monokultur hatte, die dann einen Niedergang erlebte – der anderen steht das erst noch bevor.

Jedenfalls: Monika Müller hat, wohnsitzmäßig gesehen, ziemlich schnell Nägel mit Köpfen gemacht und ihr Haus auf dem Rodrücken verkauft, um sich dafür in einem Wolfsburger Stadtteil eines zu kaufen. Wer die Wertentwicklung auf dem Pforzheimer Immobilienmarkt beobachtet, der wird vermuten: Das war kein schlechtes Geschäft. Sozialdemokratin Müller verrät immerhin soviel: In Pforzheim seien die Grundstückspreise höher als in der niedersächsischen Autostadt, dafür aber die eigentlichen Gebäude teurer.

Möglicherweise aber weniger knapp. Denn das neueste Mitglied der Rathaus-Führungsriege in unserem schönen Pforzheim, der vor zehn Monaten gewählte Oberbürgermeister Peter Boch, hat für seine gleichfalls fünfköpfige Familie hier noch nichts Passendes gefunden. Und natürlich unkt mancher, Boch wolle gar nicht herziehen, sondern seine Familie im beschaulichen Epfendorf nahe Rottweil wohnen lassen. Der schwört Stein und Bein, dass dies nicht der Fall ist. „Die Lage auf dem Immobilienmarkt ist momentan alles andere als einfach“, so Boch. „Das wissen alle, die wie meine Familie und ich gerade auf der Suche nach einem Haus sind. Wir haben mittlerweile fast bis zu 20 Objekte angeschaut, viele Gespräche laufen derzeit auch noch.“

Seine Arbeit leide aber absolut nicht unter seiner aktuellen Wohnsituation. „Ich bin morgens schon sehr früh hier und abends mindestens solange, bis der letzte Termin zu Ende ist. Und das kann durchaus spät werden.“ So pendelt Boch weiter, und da er dies mit einem Fahrzeug der Volkswagen-Tochter Audi tut, stützt er in gewisser Weise das Wohlergehen des VW-Konzerns und damit Wolfsburgs und trägt ganz am Ende einen kleinen Teil zum künftigen Einkommen von Monika Müller bei. Und das ist ja irgendwie auch ein feiner Zug.