nach oben
Hugh Hefner 1966 in London bei der Eröffnung eines Playboy Clubs. Foto: Keystone Press Agency/Keystone USA via ZUMA
28.09.2017

«Playboy»-Gründer Hugh Hefner gestorben

Los Angeles (dpa) - Mit Magazinfotos nackter Frauen wirbelte er die prüde amerikanische Gesellschaft auf und wurde zum Inbegriff des Lebemanns - jetzt ist «Playboy»-Gründer Hugh Hefner im Alter von 91 Jahren gestorben.Wie das Unternehmen Playboy Enterprises am Mittwochabend (Ortszeit) in Kalifornien mitteilte, starb Hefner «friedlich und unter natürlichen Umständen in seinem Haus 'The Playboy Mansion' im Kreis geliebter Menschen».

Auf Twitter bestätigte der «Playboy» den Tod des Magazingründers und postete ein Foto mit der Überschrift «Die amerikanische Ikone» - und einem seiner berühmtesten Zitate: «Das Leben ist zu kurz, um den Traum eines anderen zu leben.» Hefners Sohn Cooper (26), inzwischen Chef-Kreativer bei Playboy Enterprises, erklärte,

sein Vater habe ein außergewöhnliches und wirkungsvolles Leben gehabt. Er sei ein medialer und kultureller Pionier gewesen, der stets Redefreiheit, Bürgerrechte und sexuelle Befreiung verfochten habe.

Hugh Hefner gründete den «Playboy» im Jahr 1953. Die Mischung aus Nacktaufnahmen, Artikeln, Interviews, deftigen Herrenwitzen und Tipps für den Umgang mit Frauen veränderte in den folgenden Jahrzehnten nach und nach die Moralvorstellungen der US-amerikanischen Gesellschaft. Der ursprünglich aus Chicago stammende Hefner schuf ein Imperium, dessen Wert heute auf 500 Millionen Dollar (425 Mio Euro) geschätzt wird. Begonnen hatte er laut «Hollywood Reporter» mit gerade einmal 8000 Dollar.

Viele Prominente würdigten Hefner auf Twitter. US-Schauspieler Mark Hamill («Krieg der Sterne») schrieb, er habe Hefner kurz vor der Premiere des ersten «Star Wars»-Films kennengelernt. Hefner sei ihm danach ein lieber, aufmerksamer und loyaler Freund geworden.

Reality-Star Kim Kardashian schrieb: «Du wirst sehr vermisst werden! Liebe dich, Hef!» Sie schwelge gerade mit Glamourgirl Paris Hilton in schönen Erinnerungen an die Partys in der «Playboy Mansion». Hilton twitterte, sie sei «so traurig» über die Nachricht von Hefners Tod.

Schauspieler Rob Lowe («Hotel New Hampshire») erklärte, er habe eine Reihe großartiger Unterhaltungen mit Hefner gehabt, der «so ein interessanter Mann» und eine «wahre Legende» gewesen sei. «Was für ein Ende einer Ära!» Hefner sei ein «Gigant» im Verlegerwesen, Journalismus sowie in Sachen Redefreiheit und Bürgerrechten gewesen, twitterte Talkmaster Larry King. «Er war ein Original, und er war mein Freund.» «Hef» sei ein großartiger Mann gewesen, schrieb Kiss-Bassist Gene Simmons. «Dein Vermächtnis wird weiterleben.»

Die Marke mit den stilisierten Hasen gilt als eine der bekanntesten Amerikas. In den vergangenen Jahren versuchte das Unternehmen,

seine Ausrichtung im Erotikgeschäft zu verändern: Um auch auf Twitter und Facebook aktiv sein zu können, gestalteten die Macher die US-Webseite in den vergangenen Jahren jugendfreier. In Ausgaben in den USA waren sogar vorübergehend keine nackten Frauen mehr zu sehen. Dieser Schritt wurde jedoch kurze Zeit später wieder rückgängig gemacht.

Hugh Hefner war in seinem Leben drei Mal verheiratet und sprach selbst von zusätzlich über tausend Liebschaften. In den letzten Jahren war es ruhiger um den Lebemann geworden, dessen Markenzeichen ein roter Morgenmantel aus Samt war. Sogar seine weltberühmte Villa «Playboy Mansion» hatte Hefner 2016 für den stolzen Preis von 100 Millionen Dollar verkauft - allerdings nicht ohne dabei lebenslanges Wohnrecht zu erhalten.

Als letzte Ruhestätte sicherte sich Hefner 2009 ein Grab neben Hollywood-Ikone Marilyn Monroe, die das Cover der ersten «Playboy»-Ausgabe zierte.

«Wer will nicht bis in alle Ewigkeit neben Marilyn liegen?», sagte er damals.

Umfrage

Playboy-Gründer Hugh Hefner ist tot. Lesen Sie das Magazin?

Ja, regelmäßig. 6%
Ab und zu mal. 18%
Noch nie, aber würde ich gerne mal. 8%
Nein. 68%
Stimmen gesamt 675