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Auf der Jagd nach virtuellen «Pokémon»-Monstern sind drei Spieler in Niedersachsen auf einem Truppenübungsplatz der Bundeswehr in eine Schießübung geraten. Wer nun die Monster besser getroffen hat, ist nicht bekannt.
Auf der Jagd nach virtuellen «Pokémon»-Monstern sind drei Spieler in Niedersachsen auf einem Truppenübungsplatz der Bundeswehr in eine Schießübung geraten. Wer nun die Monster besser getroffen hat, ist nicht bekannt. © Symbolbild: dpa
16.07.2016

Pokémon-Jäger platzen auf Truppenübungsplatz in Schießübung

Auf der Jagd nach den virtuellen «Pokémon»-Monstern haben sich drei Spieler in Niedersachsen in Gefahr gebracht. Ein ziviler Wachdienst erwischte das Trio auf dem Truppenübungsplatz der Bundeswehr in Bergen in der Lüneburger Heide, als dort mit scharfer Munition zu Übungszwecken geschossen wurde.

Das bestätigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Samstag. Demnach ereignete sich der Vorfall bereits am Mittwoch. Die «Pokémon Go»-Spieler hatten den Angaben zufolge trotz geschlossener Schranke und roter Flagge, die auf Schießübungen hinweist, das militärische Sperrgebiet betreten. So doof können keine Minimonster sein, dass sie sich Übungsgranaten um die Ohren jagen lassen, aber die Monsterjäger scheinen dann doch etwas unsensibler für die realen Gefahren des Alltags zu sein. Ungeklärt ist noch die Frage, wer besser gezielt und getroffen hat, die Pokémon-Jäger oder die Bundeswehrsoldaten.

Seit dem 6. Juli ist das neue Smartphone-Spiel «Pokémon Go» in den USA erhältlich, in Deutschland kann die App seit Mittwoch runtergeladen werden. Auf der Jagd nach virtuellen Monstern sind die Spieler häufig so in das Spiel vertieft, dass sie in ihrer Umgebung nicht mehr alles wahrnehmen.

Umso auffälliger ist ihr Verhalten dann für die Polizei. Das musste ein mit Haftbefehl gesuchter 18-Jähriger in Trier erfahren, als er sich frei durchs Stadtgebiet bewegte, um das neue Smartphone-Spiel «Pokémon Go» mit seinen Bekannten zu spielen. Die eifrigen Monster-Sammler gerieten jedoch wegen ihres auffälligen Verhaltens in eine Polizeikontrolle. Der 18-Jährige gab falsche Personalien an, jedoch konnte schnell geklärt werden, dass er per Haftbefehl gesucht wird. Er wurde festgenommen und verbüßt jetzt eine sechsmonatige Freiheitsstrafe, der er sich bisher entzogen hatte. Und das ganze ohne Smartphone und ohne Chance, ein Pokémon-Monster fangen zu können.