nach oben
Wenn die Pokémon-Monster zurückschlagen, dann zum Beispiel in Gestalt von Hausbesitzern mit Baseballschlägern, die die gebannt aufs Handydisplay starrenden Monsterjäger für Einbrecher halten.
Wenn die Pokémon-Monster zurückschlagen, dann zum Beispiel in Gestalt von Hausbesitzern mit Baseballschlägern, die die gebannt aufs Handydisplay starrenden Monsterjäger für Einbrecher halten. © Symbolbild: dpa
16.07.2016

Pokémon-Jäger wird zum Gejagten - Prügel mit dem Baseballschläger

Was passiert eigentlich, wenn die Pokémon-Monster zurückschlagen? Wenn ein begeisterter PokémonGo-Spieler, der sonst die kleinen bunten Taschenmonster jagt, plötzlich selbst zum Gejagten wird? Dann kann es derbe Prügel geben, wie zum Beispiel in der Nacht auf Freitag im sonst so beschaulichen Alsdorf bei Aachen.

Mit einem Kumpel suchte der 27-Jährige kurz nach Mitternacht beim Spielen von PokemanGO nach den kleinen Monstern. Eine Spur führte die beiden in einen fremden Garten der Alsdorfer Siedlung Busch. Konspirativ und leise durchsuchten sie den Garten. Sehr zum Leidwesen des 50-jährigen Hausbesitzers, der ob der Geräusche in seinem Garten akute Einbruchsgefahr witterte und sich zu seinem Schutz mit einem hölzernen Baseballschläger bewaffnete.

Frei nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“" stieß er zunächst einen Warnschrei durch das geöffnete Fenster in den Garten. Die Pokémon-Spieler, völlig überrascht ihrer Spielewelt entrissen, flüchteten daraufhin panikartig aus dem Garten und türmten in verschiedene Richtungen. In einem sicheren Gefühl der Überlegenheit nahm der 50-Jährige die Verfolgung der beiden auf. Nicht weit von seinem Haus entfernt erwischte er den 27-Jährigen.

Überzeugt, er habe einen Einbrecher erwischt, traktierte er den jungen Mann zunächst einmal mit dem Baseballschläger. Obwohl es Hiebe auf die Oberschenkel gab, gelang es dem jungen Mann zu flüchten und die Polizei zu rufen. Da er seinen Verfolger stets im Nacken spürte, sprang er sogar durch eine dicht bewachsene Hecke. Dabei verlor er einen Schuh. Bis die Polizei kam, kauerte er auf dem Gelände eines Kindergartens und erwartete sehnsüchtig das Erscheinen der Ordnungshüter.

Der PokémonGo-Jäger-Jäger gab der Polizei gegenüber zum Sachverhalt an, er sei davon ausgegangen, dass sich Einbrecher „in seinem Garten herumtreiben und klauen wollen“.

Der 27-Jährige verzichtete in Erwartung lediglich blauer Flecken auf eine ärztliche Behandlung. Auch wenn das Eindringen in fremde Gärten wohl nicht ausdrücklich in den Regeln des Spiels behandelt wird, bat die Polizei darum, den gesunden Menschenverstand zu nutzen und derartigen Situationen zukünftig aus dem Weg zu gehen. Die blauen Flecken werden verhinderten Monsterjäger noch ein paar Tage an die mahnenden Worte erinnern.