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30.03.2015

Polizei fasst nach KaDeWe-Überfall Verdächtigen in Aalen

Berlin/Aalen (dpa/lsw) - Rund drei Monate nach dem Raubüberfall auf das Berliner Luxuskaufhaus KaDeWe hat die Polizei einen zweiten Verdächtigen verhaftet - in Baden-Württemberg. Der 26-jährige Mann wurde am Montagmorgen in Aalen gefasst, wie die Berliner Polizei mitteilte. Er soll dort bei Verwandten untergetaucht sein. Bereits am 18. März hatte die Polizei einen 25-jährigen Mann verhaftet, der den Tätern geholfen haben soll. Mit einem Fahndungsfoto wird nach einem dritten Verdächtigen gesucht.

Fünf maskierte Männer hatten das Kaufhaus am 20. Dezember überfallen. Mit Hämmern und Äxten zertrümmerten sie Vitrinen in der Schmuckabteilung und flohen mit ihrer wertvollen Beute.

Am Montagmorgen durchsuchte die Polizei die Wohnung in Aalen, die Berliner Wohnung des verhafteten Mannes in Neukölln sowie eine weitere Wohnung eines mutmaßlichen 29-jährigen Komplizen in Charlottenburg. Der jetzt gefasste Mann wurde bereits mit Haftbefehl gesucht. Er sollte am Montag einem Richter vorgeführt werden, der darüber entscheidet, ob er in Untersuchungshaft bleibt.

Unterdessen wurde bekannt, dass der erste Verdächtige am Freitag aus der Untersuchungshaft entlassen wurde. Allerdings gehe es nur um eine «Haftverschonung mit engmaschigen Auflagen», wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft erklärte. Das bedeutet, der Mann, der die Täter unterstützt haben soll, ist weiter verdächtig. Gegen ihn wird weiter wegen Beihilfe zu dem Überfall ermittelt. Um in solchen Fällen einer Haftverschonung eine Flucht zu verhindern, gelten Auflagen, nach denen sich ein Beschuldigter regelmäßig bei der Polizei melden muss. Die Zeitungen «Bild» und «B.Z.» hatten zuvor darüber berichtet.

Auf den Filmen der Überwachungskameras war zu sehen, wie fünf maskierte Männer am Samstagmorgen vor Weihnachten aus einem Auto springen und in das bereits geöffnete KaDeWe stürmen. Sie versprühen Tränengas, so dass alle anderen Besucher flüchten. Mit kleineren Hämmern und Äxten schlagen die Männer länger auf das Sicherheitsglas der Vitrinen ein. Einige Scheiben zerbrechen nicht, andere splittern. Die Täter packen Uhren, Halsketten und Ohrringe in Taschen ein und fliehen. Der Wert der Beute soll nach Medienberichten sehr hoch sein. Die Polizei und das KaDeWe machten dazu keine Angaben.

Das KaDeWe stand in den vergangenen Jahren mehrfach im Visier krimineller Banden. Im August 2014 wurde ein Schaufenster voller Luxusuhren von maskierten Tätern ausgeräumt. Im Januar 2009 brachen mehrere Männer in das Kaufhaus ein und stahlen Schmuck und Uhren in Millionenwert. Ein verdächtiges Zwillingspaar konnte trotz DNA-Spuren nicht überführt werden.