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Der Hochhauskomplex "Auf dem Kölnberg" im Stadtteil Meschenich in Köln. Bei einem Großeinsatz gegen Drogenhändler haben Fahnder hier am Montagmorgen 54 Wohnungen durchsucht.
Der Hochhauskomplex "Auf dem Kölnberg" im Stadtteil Meschenich in Köln. Bei einem Großeinsatz gegen Drogenhändler haben Fahnder hier am Montagmorgen 54 Wohnungen durchsucht. © dpa
25.01.2016

Polizei nimmt Oberhaupt und 14 Mitglieder einer Drogenbande fest

Köln (dpa) - Seit 2012 soll eine Großfamilie in Köln mit Heroin und Kokain in großen Mengen gehandelt haben. In den frühen Morgenstunden griff die Polizei zu. 54 Wohnungen wurden durchsucht, 15 Personen festgenommen.

Bei einem Großeinsatz gegen eine Drogenbande haben Fahnder im Raum Köln am Montag elf Männer und vier Frauen festgenommen. 54 Wohnungen wurden unter Federführung der Kripo und unter Einsatz von Spezialeinheiten am Morgen durchsucht. Zu den 15 gefassten Tatverdächtigen, die per Haftbefehl gesucht worden waren, zählt auch der mutmaßliche Kopf der Bande, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Der 44-Jährige habe den lukrativen Handel seit 2012 von einer Hochhaussiedlung aus kontrolliert.

Die Angehörigen einer Großfamilie werden verdächtigt, Heroin und Kokain im «hohen zweistelligen Kilogramm-Bereich» verkauft und damit Bargeld in Millionenhöhe umgesetzt zu haben. In der Hochhaussiedlung sollen mehrere Wohnungen gezielt für die Geschäfte mit den Drogen angemietet worden sein. Die Verkäufer waren in der Regel Drogensüchtige. Sie sollen unter strenger Kontrolle des Clans gestanden haben. Gegen Aussteiger und Kontrahenten sollen die Täter mit «großer Brutalität» vorgegangen sein.

Bei den Durchsuchungen entdeckten die Fahnder nach eigenen Angaben umfangreiches Beweismaterial und einen fünfstelligen Bargeldbetrag. Die Kripo hatte bereits seit einem halben Jahr gegen die Bande ermittelt.

Bei der Razzia kam es der Polizei zufolge in einem Fall «zu einer Verwechslung beim Betreten eines Appartements». Dabei sei ein Betroffener verletzt worden. Die Ursache für die Panne und mögliche Schadenersatzansprüche müssten noch geklärt werden. Ein Hund wurde betäubt, weil er die Beamten am Zugang zu einem Gelände gehindert habe.