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23.11.2016

Polizei twittert irrsinnige Notruf-Meldungen – Fehlanrufe auch in Karlsruhe

Berlin/Karlsruhe. Die Berliner Polizei hat am Montag eine einwöchige Kampagne gegen überflüssige 110-Notrufe gestartet. Über Twitter und Facebook wurden skurrile und nervige Beispiele veröffentlicht, bei denen jemand die Telefonnummer 110 ohne tatsächlichen Grund gewählt hat. Das Motto der Aktion lautet: «NoNotruf». Auch in Karlsruhe gibt es Anrufe, die nicht zu einem Einsatz führen.

Beim ersten Beispiel im Twitter-Einsatzkanal der Polizei beschwerte sich ein Anrufer: «Der Ladenbetreiber will meine Pfandflaschen nicht annehmen, der muss die doch zurücknehmen.» Es ging dann weiter mit: «Können Sie mir sagen, wo das Amtsgericht Tiergarten ist?», «Meine Schwiegertochter will an mein Erbe» und «Mir ist eine Katze zugelaufen. Wollte fragen, ob die jemand vermisst.»

Die Polizei beklagt schon länger, dass viele Anrufer aus Spaß, Unwissenheit oder um zu ärgern die Notruf-Nummer wählen. Sie blockieren so kurzzeitig eine der Telefonleitungen und sorgen für Wartezeiten bei den echten Notfällen. Von rund 1,3 Millionen Notrufen im Jahr gibt es laut Polizei bei 300 000 keinen Grund für einen Polizeieinsatz. Das sind durchschnittlich 820 überflüssige Anrufe pro Tag.

Notruf-Missbrauch kann Strafbar sein

Wie Ralf Minet, Pressesprecher des Polizeipräsidiums in Karlsruhe, eräutert, müsse die Polizei bei rund einem Viertel aller Notrufe, die bei der Polizei in Karlsruhe eingehen, nicht ausrücken. Ob aber auch derart irrsinnige eingehen, könne nicht beantwortet werden. So etwas würde man schlichtweg nicht erfassen.

Minet erklärt weiter, dass der bewusste Missbrauch des Notrufs aber durchaus strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könne. „Wir halten die Leute jedoch laufend dazu an, bei verdächtigen Beobachtungen die Polizei zu verständigen. Sollte sich die Beobachtung später als harmlos entpuppen, ist das natürlich nicht strafbar“.