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Gewalt auf den Straßen von Köln: Hooligans und Rechtsradikale lieferten sich massive Auseinandersetzungen mit der Polizei. Beamte wurden mit Flaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen.
Gewalt auf den Straßen von Köln: Hooligans und Rechtsradikale lieferten sich massive Auseinandersetzungen mit der Polizei. Beamte wurden mit Flaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen. © dpa
Tausende von gewaltbereiten Hooligans, die eigentlich gegen Salafisten demonstrieren wollten, lieferten sich Schlachten mit der Polizei.
Tausende von gewaltbereiten Hooligans, die eigentlich gegen Salafisten demonstrieren wollten, lieferten sich Schlachten mit der Polizei. © dpa
27.10.2014

Polizeigewerkschaft: Krawalle in Köln neue Qualität der Gewalt

Gewalt auf den Straßen von Köln: Hooligans und Rechtsradikale lieferten sich massive Auseinandersetzungen mit der Polizei. Beamte wurden mit Flaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen. Die Gewerkschaft der Polizei warnt vor einer «äußerst gefährlichen Entwicklung».

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hält den Zusammenschluss von Hooligans und Rechtsextremen wie am Sonntag in Köln für eine äußert gefährliche Entwicklung. «Wenn sich diese Gruppe jetzt verfestigt und noch wächst, dann haben wir aus meiner Sicht eine neue Qualität der Gewalt», sagte der nordrhein-westfälische GdP-Landesvorsitzende Arnold Plickert der Nachrichtenagentur dpa.

Mindestens 4000 gewaltbereite Fans von teils verfeindeten Fußballclubs hatten sich zusammen mit Rechtsextremen in Köln zu einer Kundgebung versammelt. Es kam zu massiven Ausschreitungen, zahlreiche Polizisten wurden verletzt. Es sei erschreckend, welchen Zulauf die sogenannten «Hooligans gegen Salafisten» in den vergangenen Wochen bekommen hätten, sagte Plickert.

Vor einigen Wochen habe die Gruppe noch mit wenigen Dutzend Teilnehmern in Mannheim und Essen demonstriert. In Dortmund kamen Anfang Oktober schon mehr als 300 Teilnehmer, die sich vor allem über soziale Netzwerke im Internet organisierten. «Und jetzt haben wir hier in Köln schon 4500 gehabt», sagte Plickert. «Der Kampf gegen den Salafismus ist nur ein Alibi - man will die Gewalt ausleben.»

Sollte sich das Bündnis in dieser Form festigen, könnten das die Einsatzkräfte der Polizei in NRW parallel zu den ohnehin vielen großen Einsätzen etwa bei Fußballspielen nicht mehr leisten.

Die Ausschreitungen gewaltbereiter Hooligans am Wochenende in Köln werden in dieser Woche Thema einer Expertenrunde in Stuttgart. «Wir haben diese Szene schon länger im Blick», hieß es am Montag beim Innenministerium in Stuttgart. Fachleute kämen zusammen, um die Lage zu analysieren und Schritte zu prüfen. Diese Runde sei schon vor den Kölner Vorfällen geplant gewesen. Natürlich würden diese aber eine Rolle spielen. Bisher lägen keine Infos dazu vor, ob in Köln auch Teilnehmer aus dem Südwesten dabei waren.

 

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