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Das konservative Nachrichtenmagazin «Uwazam Rze» druckte auf seiner Titelseite eine Fotomontage, die Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Uniform eines KZ-Häftlings hinter Stacheldraht zeigt.
Das konservative Nachrichtenmagazin «Uwazam Rze» druckte auf seiner Titelseite eine Fotomontage, die Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Uniform eines KZ-Häftlings hinter Stacheldraht zeigt. © dpa
09.04.2013

Polnisches Magazin druckt Montage von Merkel in KZ-Uniform

Warschau. Die Mediendebatte um das ZDF-Kriegsdrama «Unsere Mütter, unsere Väter» hat in Polen einen Tiefpunkt erreicht. Das konservative Nachrichtenmagazin «Uwazam Rze» druckte auf seiner Titelseite eine Fotomontage, die Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Uniform eines KZ-Häftlings hinter Stacheldraht zeigt.

«Geschichtsfälschung. Wie die Deutschen sich zu Opfern des Zweiten Weltkriegs machen» lautet der Titel der dazugehörigen Geschichte. Die ZDF-Serie handelt vom Schicksal fünf junger Deutscher während des Zweiten Weltkriegs. Vor allem die Darstellung antisemitischer polnischer Widerstandskämpfer hat in Polen Empörung ausgelöst.

Juliusz Braun, der Leiter des polnischen Fernsehsenders TVP, hatte bereits Ende März in einem Schreiben an den Mainzer Sender kritisiert, die Darstellung der Polen in der Serie habe «nichts mit der historischen Wahrheit» gemeinsam. Der Verband der «Heimatarmee», der größten bewaffneten Untergrundbewegung in Polen im Zweiten Weltkrieg, hatte in einer Stellungnahme von einer «skandalösen» Darstellung der Untergrundkämpfer gesprochen.

Die Bundesregierung wollte sich zu dem Vorgang zunächst nicht äußern. Das ZDF verwies auf eine frühere Stellungnahme, in der der Sender es bedauert hatte, dass die Darstellung der polnischen Figuren in Polen als ungerecht und verletzend empfunden werde. «In keiner Weise sollten historische Tatsachen oder gar die Verantwortung der Deutschen relativiert werden», hieß es. Namhafte Historiker seien an dem Drehbuch beteiligt gewesen, außerdem hätten zwei Dokumentationen den ZDF-Mehrteiler flankiert.

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