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Gehhilfen sind Pflicht, wenn ein Patient am Meniskus operiert worden ist – sie entlasten das betroffene Kniegelenk.
Gehhilfen sind Pflicht, wenn ein Patient am Meniskus operiert worden ist – sie entlasten das betroffene Kniegelenk. © DPA-ARCHIV
26.06.2014

Problemzone Knie

Eine blöde Bewegung mit dem Unterschenkel, ein unglücklicher Zusammenstoß mit einem anderen Sportler oder einfach nur Verschleiß: Ein Meniskusriss kann viele Ursachen haben. Behandelt werden sollte das Knieproblem in jedem Fall.

Im menschlichen Kniegelenk finden sich jeweils zwei Menisken – der Innen- und der Außenmeniskus. Die halbmondförmigen Knorpel zwischen Ober- und Unterschenkel sind wichtige Strukturen in dem Gelenk. Sie dienen als Stoßdämpfer sowie Druckverteiler und passen die unterschiedlichen Strukturen des Ober- und Unterschenkels aneinander an. Dadurch schützen sie das Gelenk vor Verschleiß.

Meniskusverletzungen können allerdings auch durch Verschleiß entstehen. Häufig spüren Betroffene Schmerzen beim Treppenheruntergehen, wenn sie in die Hocke gehen oder sich aus der tiefen Hocke aufrichten, meist an der Innenseite des Knies», sagt Thomas Pauly, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Rheumachirurgie am St. Elisabeth-Hospital in Meerbusch (Nordrhein-Westfalen).

Durch Verschleiß verändert sich der Meniskus nicht selten schon im mittleren Alter, zum Beispiel mit 40 Jahren, manchmal auch früher. Das ist aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich und hängt von der individuellen Beschaffenheit des Gewebes ab, erläutern Chirurgen. Auch Übergewicht oder mangelnde Bewegung fördern den Verschleiß – ebenso Berufe, bei denen auf den Knien oder in der Hocke gearbeitet wird.

Nicht nur wegen der Schmerzen müssen Meniskusverletzungen unbedingt behandelt werden. Denn: Ein eingerissener Meniskus ist immer der Beginn einer Arthrose, der fortschreitenden Zerstörung des Gelenks. Ist eine Verletzung die Ursache, kommt in der Regel eine Operation in Betracht. Entweder kann der Riss genäht werden oder beschädigte Teile des Meniskus werden entfernt.

Nötig sind nur kleine punktförmige Schnitte. Die Meniskusnaht ermöglicht einen vollständigen Erhalt des Knorpels – die Erfolgsaussichten sind langfristig am größten. Ob ein Riss genäht werden kann, hängt allerdings von Ort und Art der Verletzung, Alter und körperlicher Fitness der Patienten und weiteren Faktoren ab. Werden Teile des Meniskus’ in kleinerem Umfang entfernt, kann der Patient das Knie oft schon kurz nach der Operation wieder belasten. Eine Meniskusnaht dagegen muss länger heilen und erfordert etwas mehr Geduld. In den ersten drei bis sechs Wochen sind Gehhilfen Pflicht, um das Kniegelenk zu entlasten.

Hat der Gelenkknorpel schon größeren Schaden genommen, weil eine Meniskusverletzung nicht behandelt worden ist, kann es auch sein, dass eine Operation nichts mehr bringt. Dann kann versucht werden, mit Medikamenten und Physiotherapie die Schmerzen in den Griff zu bekommen und einen künstlichen Gelenkersatz möglichst lange hinauszuzögern.

Auch um nach einer Operation wieder fit zu werden, ist mitunter zusätzlich Physiotherapie erforderlich. Sie werde in der Regel dann verordnet, wenn der Heilungsprozess von allein nicht optimal verläuft.

Wichtig ist auch, die von Ärzten und Therapeuten festgelegten Zeiten für Schonung und Entlastung konsequent einzuhalten. Häufig haben Patienten den Anspruch, genauso schnell wieder fit zu sein, wie sie es von Leistungssportlern kennen. Dass das nicht funktionieren kann, liegt auf der Hand. Denn Physiotherapeuten zufolge sind allein die körperlichen Voraussetzungen hinsichtlich Lymphabfluss, Durchblutung und gelenkstabilisierender Muskulatur beim Leistungssportler ganz andere.