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18.09.2014

Professor nach Blasphemie-Vorwurf in Pakistan erschossen

Islamabad. Nach Blasphemie-Vorwürfen ist der Leiter des Instituts für Islamwissenschaften an der Universität Karachi im Süden Pakistans erschossen worden. Unbekannte hätten am Donnerstag in der Millionenmetropole von einem Motorrad aus das Feuer auf den Wagen von Professor Muhammad Shakil Auj eröffnet, sagte ein Polizeisprecher.

Die Anschuldigung der Gotteslästerung gegen Auj sei aufgekommen, nachdem ihm Geistliche liberale Ansichten vorgeworfen hätten.

Die Polizei teilte mit, die Hintergründe der Tat würden untersucht. Der pakistanische Staatspräsident Mamnoon Hussain verurteilte das Attentat scharf.

In Pakistan kann Gotteslästerung nach dem international umstrittenen Blasphemiegesetz mit dem Tode bestraft werden. Allerdings wurden solche Todesurteile in den vergangenen Jahren nicht vollstreckt. Immer wieder werden Beschuldigte aber selbst dann ermordet, wenn sie freigesprochen wurden. Erst im Mai töteten Unbekannte in der zentralpakistanischen Stadt Multan einen Menschenrechtsanwalt, der einen wegen Blasphemie angeklagten Universitätsdozenten verteidigte.