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Foto: Symbolbild © dpa
18.07.2016

Prozess: Student im Prüfungsstress testet Drogen für Dealer im Kliniklabor

Für zwei Drogendealer hat ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität München in Labors des Klinikums Großhadern Rauschgifte auf den Wirkstoffgehalt untersucht. Er habe nicht gedacht, dass er sich damit strafbar mache, verteidigte sich der Student am Montag vor dem Landgericht München I.

Zu aussagekräftigen Analysen sei er gar nicht in der Lage gewesen. «Ich habe die Ergebnisse erfunden», sagte der 28-Jährige. Für die Analysen ließ er sich mit jeweils zwei bis vier Gramm Kokain entlohnen. Motiv sei «der starke Druck» gewesen, unter den ihn sein angestrebter Master-Abschluss in Chemie gesetzt habe.

Das Gericht hatte dem Mann in einem Vorgespräch für ein umfassendes Geständnis eine Strafe von höchstens drei Jahren und vier Monaten in Aussicht gestellt.

Der Anklage zufolge hatten die Dealer dem Studenten Proben unter anderem von Kokain und Crystal Meth per Post geschickt. Die beiden Händler sind bereits zu sechseinhalb Jahren Freiheitsstrafe beziehungsweise zu sieben Jahren Jugendstrafe verurteilt worden. Beide handelten mit großen Mengen Kokain und sogenannten Designer-Drogen.

Der Jüngere der beiden Händler nutzte für die Rauschgiftgeschäfte sein Kinderzimmer im Elternhaus, wo er die bei ihm online georderten Drogen lagerte und für den Versand verpackte. Bei ihm bestellte auch der Angeklagte Rauschgift in größeren Mengen. Im Juli 2015 wurde ein an den Studenten adressiertes Päckchen sichergestellt, er kam in Untersuchungshaft. Der Prozess dauert an.