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Im April wurde der Hamburger Austauschschüler Diren in einer Garage in Montana erschossen. Wurde er in eine tödliche Falle gelockt?
Diren © dpa-Archiv
01.12.2014

Prozess um Tod von Austauschschüler Diren beginnt in Montana

Sieben Monate nach dem Tod des Hamburger Austauschschülers Diren in einer Garage in Montana beginnt am Montag in Missoula der Prozess gegen den Todesschützen. Dem 30-Jährigen wird vorgeworfen, nach zwei Einbrüchen eine Falle für einen möglichen Dieb gestellt und dann sofort auf Diren geschossen zu haben. Der 17-Jährige wurde zweimal getroffen und starb.

Was der Junge in der Garage wollte, ist nach wie vor unklar. Der Schütze sagt, er habe sich und seine Familie in Gefahr gewähnt und deshalb geschossen. Die Anklage lautet jedoch auf Mord, weil der Mann die Tat weitgehend geplant habe und zu keiner Zeit in Gefahr war.

Allerdings gilt in Montana die «Castle Doctrine» («Schlossdoktrin»). Diese Gesetzesvariante lässt eine besonders weite Auslegung des Begriffes Notwehr zu. Unstrittig ist, dass Diren in die Garage eingedrungen ist. Das Gericht muss nun klären, ob der Hausbesitzer um sein Leben und das seiner Familie fürchtete - oder ob er nach zwei Einbrüchen gezielt eine Falle stellte, um den Dieb zu erschießen.

Fest steht, dass Diren nicht der Täter war, der aus der Garage des Mannes zuvor Geld, ein Mobiltelefon und anderes gestohlen hatte. Fest steht auch, dass Diren illegal in die Garage eindrang. Das Tor der Garage stand offen, und als der 17-Jährige hineinging, meldeten Bewegungssensoren das Eindringen. Mit einem Gewehr stürzte der Hausbesitzer nach draußen und schoss viermal ins Dunkel der Garage. Zwei Schüsse trafen Diren tödlich.

Der Angeklagte sitzt nicht in Untersuchungshaft, das Gericht hatte mit 30 000 US-Dollar (etwa 24 000 Euro) eine bei einem Mordvorwurf geringe Kaution verhängt.