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22.05.2015

Prozess um Tugces Tod: Möglicherweise Fehler bei der Notversorgung

Bei der Notfallversorgung der Studentin Tugce hat es nach Aussage eines Mediziners womöglich Fehler gegeben. Im Prozess um den Tod der jungen Frau vor dem Landgericht Darmstadt sagte der Vorsitzende Richter Jens Aßling am Freitag, ein Anästhesist des Krankenhauses Offenbach habe um eine Vernehmung bei der Polizei gebeten und ausgesagt, dass bei der Notfallbehandlung Tugces «nicht alles ganz ordnungsgemäß abgelaufen» sei - diese Aussage spiele aber zunächst keine Rolle für den Prozess.

Am Freitag hörte das Gericht weitere Zeugen, die weder direkt zu Tugces Freundeskreis noch zu dem des Angeklagten Sanel M. gehörten. Ein 23 Jahre alter Student sagte zu der Heftigkeit des Schlages gegen Tugce, dieser habe geklungen, «als ob ein Auto gegen die Wand fährt». Auch er und eine 26-jährige Studentin sagten aus, dass es auch von Tugce Beleidigungen gegen den Angeklagten gegeben habe. «Man hat schon vorausgesehen, dass etwas vorfallen könnte», sagte die Zeugin.

Ein 20 Jahre alter Zeuge sagte zu den Geräusch des Schlages, er habe sich angehört wie «ein lautes Knacksen». Dann habe er Tugce auf dem Boden liegen sehen. «Sie blutete aus dem Kopf.»

Der 18 Jahre alte Sanel M. steht wegen Körperverletzung mit Todesfolge vor Gericht. Er soll der 22-Jährigen im November vergangenen Jahres vor einem Schnellrestaurant in Offenbach so heftig ins Gesicht geschlagen haben, dass sie stürzte und später starb.