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Holger Knöferl PZ-Redakteur, zu:
Holger Knöferl PZ-Redakteur, zu:
07.12.2009

Prüfbericht zu den Derivate-Geschäften: Ein Alleingang

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Am Montag ist sie gestorben – die Hoffnung, dass die Stadt Pforzheim von ausgebufften Bankern über den Tisch gezogen worden ist. Der Bericht der Gemeindeprüfungsanstalt offenbart vielmehr, dass es die ehemalige Oberbürgermeisterin Christel Augenstein (FDP) und die seit Freitag beurlaubte Stadtkämmerin Susanne Weishaar waren, die den Karren in den Dreck gefahren haben.

Der Prüfbericht zeichnet ein Bild von Augenstein und Weishaar, das an einen Glücksspieler erinnert, der verzweifelt versucht, seine Verluste durch immer noch höhere Einsätze wieder hereinzuholen und sich nach außen mit Durchhalteparolen rechtfertigt.

Gemeinsam haben die beiden den Schrecken ohne Ende dem Ende mit Schrecken vorgezogen. Die Folgen sind katastrophal und gehen weit über den finanziellen Schaden hinaus. Augenstein und Weishaar haben geltendes Recht in ihrem Sinne gebeugt, sie haben die Kontrollgremien umgangen, sie haben nur soviel über das Desaster an die Öffentlichkeit dringen lassen, wie unvermeidbar war – Augenstein zuletzt sogar im Wahlkampf. Und jetzt? Ist das Vertrauen der Bürger in die Verwaltung ruiniert – das Schlimmste, was Pforzheim in dieser Situation passieren konnte.