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Ein Fahrzeug mit der Aufschrift «Verführerisch Lecker» und nackten, aus Kaffeebohnen herausragenden Frauenbeinen mit halb ausgezogenen roten Pumps steht vor dem Amtsgericht in Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen). Der Verkaufsreisende Robert W. klagt vor dem Amtsgericht gegen seine Kündigung. Er hatte sich geweigert das Fahrzeug zu fahren.
Ein Fahrzeug mit der Aufschrift «Verführerisch Lecker» und nackten, aus Kaffeebohnen herausragenden Frauenbeinen mit halb ausgezogenen roten Pumps steht vor dem Amtsgericht in Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen). Der Verkaufsreisende Robert W. klagt vor dem Amtsgericht gegen seine Kündigung. Er hatte sich geweigert das Fahrzeug zu fahren. © dpa
14.10.2015

«Puffauto» - Gericht verhandelt fristlose Kündigung

Nach seiner Weigerung, ein Firmenfahrzeug mit sexistischer Werbung zu fahren, hat der Beschäftigte eines Kaffeevertriebs die fristlose Kündigung bekommen. Auf der Tür waren nackte, aus Kaffeebohnen herausragende Frauenbeine mit halb ausgezogenen roten Pumps zu sehen.

Ob die Kündigung rechtens war, darüber hat das Arbeitsgericht Mönchengladbach am Mittwoch verhandelt. «Mit so einem Puffauto fahre ich nicht», hatte der 49-Jährige nach Angaben der Richterin gesagt. Den vorgeschlagenen Vergleich mit einer regulären Kündigung lehnte der Kläger ab.

Er sieht sich wegen seiner Homosexualität diskriminiert. Er sei der einzige Beschäftigte, der mit einer solchen Werbung Kaffee ausliefern müsse. Alle anderen Kollegen hätten ganz normale Fahrzeuge. «Ich habe kein Problem mit seiner Homosexualität», sagte dagegen der Geschäftsführer des Unternehmens. «Das Fahrzeug sollte in den Großstädten auffallen.» Der Mann belieferte die Kundschaft in Köln und Düsseldorf.

Das Gericht stellte vor seiner für den Nachmittag erwarteten Entscheidung die Verhältnismäßigkeit einer fristlose Kündigung nach fast 20 Jahren Beschäftigung infrage.

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