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Wladimir Putin im Vorjahr bei der Pressekonferenz für Hunderte Journalisten aus dem In- und Ausland. Foto: Mikhail Klime
Wladimir Putin im Vorjahr bei der Pressekonferenz für Hunderte Journalisten aus dem In- und Ausland. Foto: Mikhail Klimentyev/Archiv
23.12.2016

Putin zieht vor Presse-Bilanz des Jahres

Moskau (dpa) - Einen Tag nach der Beerdigung des ermordeten Türkei-Botschafters zieht der russische Präsident Wladimir Putin heute vor Hunderten Journalisten eine Bilanz des Jahres.Die Pressekonferenz des

Kremlchefs in Moskau war wegen der Trauerfeiern für den Diplomaten Andrej Karlow am Donnerstag um einen Tag verschoben worden.

Bei den Feiern erwies die russische Führung dem Toten die letzte Ehre und drohte zugleich den Drahtziehern des Anschlags mit Vergeltung. «Ein Angriff auf einen Diplomaten ist ein Angriff auf den ganzen Staat», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Russland werde diese Provokation nicht unbeantwortet lassen.

Putin und Regierungschef Dmitri Medwedew legten im Außenministerium Blumen am offenen Sarg nieder. Außenminister Sergej Lawrow nannte die Bluttat einen «feigen und schändlichen Terrorakt». Der Botschafter war am Montag im Alter von 62 Jahren von einem türkischen Polizisten mit islamistischer Gesinnung erschossen worden.

Ebenfalls am Donnerstag sprach Putin vor Offizieren und sagte, dass Russland militärisch jedem potenziellen Angreifer überlegen sei. Zugleich mahnte er, dass Russland «keine Minute» bei der Modernisierung seiner Streitkräfte nachlassen dürfe.

Durch den Syrien-Einsatz der russischen Armee sei der internationale Terrorismus zurückgeworfen worden, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu. «Die Kette «bunter Revolutionen», wie sie in Nahost und Afrika propagiert wurden, wurde unterbrochen.»

Syrien werde auch auf der Pressekonferenz wichtiges Thema sein, zusammen mit der US-Wahl und russischer Innenpolitik, sagte Peskow. Putin steht bei diesem Auftritt oft stundenlang Rede und Antwort. Angemeldet haben sich mehr als 1400 Medienvertreter. Über die Jahre hat sich das Ritual entwickelt, dass die Journalisten mit Transparenten und anderen Tricks versuchen, Putins Aufmerksamkeit zu erregen.

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