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Der angeklagte Rostocker Radiomodertor wird zum Prozessauftakt wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes vor dem Rostocker Landgericht von einem Justizbeamten in Handschellen in den Plenarsaal des Oberlandesgerichts Rostock geführt. © dpa
06.11.2012

Radiomoderator verspricht Aussage im Missbrauchsprozess

Rostock. Ein Rostocker Radiomoderator hat eine Aussage in seinem Prozess um den sexuellen Missbrauch eines Kindes angekündigt. Das könnte ihm eine mildere Strafe bescheren.

Bildergalerie: Prozessauftakt gegen Rostocker Radiomoderator

Der angeklagte Rostocker Radiomodertor wird zum Prozessauftakt wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes vor dem Rostocker Landgericht von einem Justizbeamten in Handschellen in den Plenarsaal des Oberlandesgerichts Rostock geführt.

Wie der Vorsitzende Richter am Dienstag bei Prozessbeginn vor dem Landgericht Rostock sagte, könne der 39-jährige bei einem umfassenden Geständnis mit einer Strafe zwischen drei Jahren und zwei Monaten und drei Jahren und sechs Monaten rechnen.

Der 39-Jährige soll zwischen 2005 und 2008 ein anfangs zwölf Jahre altes Mädchen wiederholt sexuell missbraucht haben. Laut Anklage war bei mehreren Taten ein zweites Mädchen dabei, das jedoch älter als 14 Jahre war. Insgesamt werden dem Mann 46 Einzeltaten vorgeworfen.

Im August hatte ein Gerichtssprecher noch gesagt, dass dem 39-Jährigen eine Haftstrafe von mehr als zehn Jahren drohe. Die Verständigung - Geständnis gegen mildere Strafe - hätten die Prozessbeteiligten vergangene Woche vereinbart, sagte der Richter am Dienstag. Der Angeklagte sagte im Gericht, er sei bereit auszusagen.

Unmittelbar nach Beginn der Verhandlung war auf Antrag der Verteidigung die Öffentlichkeit ausgeschlossen worden. Sie wurde für den Nachmittag wieder zugelassen. Dann könnte das Urteil gesprochen werden. Das Gericht verkündete, für die Verlesung der Anklage die Öffentlichkeit auszuschließen, zur Urteilsverkündung aber wieder zuzulassen.

Um den Umfang des Öffentlichkeitsausschlusses, der sowohl den Angeklagten wie auch die heute 20-jährigen Zeugin schützen soll, gab es zu Beginn der Verhandlung ein juristisches Gerangel. Die Verteidigung wollte das Publikum für die komplette Verhandlung ausschließen. Die Staatsanwaltschaft vertrat dagegen die Ansicht, dass die Verlesung der Anklageschrift wie auch die Urteilsbegründung öffentlich sein sollten.